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ericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld
Bestandsaufnahme/fachliche Standards/Perspektiven

Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

Stand Herbst 2018

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1 Einleitung
1.1 zur mobilen Jugendarbeit in Bielefeld
1.2 der fachpolitische Auftrag

2 Zur methodischen Vorgehensweise des Berichts
3 Auftrag und Ziele der Mobilen Jugendarbeit
3.1 Handlungsmaximen der Mobilen Jugendarbeit

4 Gesetzliche Vorgaben / Rahmenbedingungen
5 Angebote der Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld
5.1 Mobile Jugendarbeit Ost
5.2 Jugendzentrum HoT Wellensiek/Mobi West
5.3 Mobi Nord/Bauwagen Vilsendorf
5.4 MobySports
5.5 4You
5.6 Mobile Jugendarbeit Süd – Sennestadt
5.7 Moby Quelle/X Box und Grundschule Quelle

6 Angebote der Spielmobile in Bielefeld
6.1 Spielmobil „Pippo“/Spielmobil „Trolli“
6.2 Das Falken Spielmobil
6.3 Sportfreunde Spielmobil

7 Befund, Fazit und Ausblick
8 Stellungnahme der Jugendhilfeplanung
9 Anhang/Standorte der Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

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1.1 Zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld
Alle Angebote der Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld waren zunächst in kommunaler
Trägerschaft, bis sie größtenteils im September 2002 an die freien Träger übertragen
wurden. Die Stelle für die Mobile Arbeit in Quelle wurde erst 2005 geschaffen, um so auf
veränderte Bedarfe im Stadtbezirk zu reagieren. Fast alle Träger der Mobilen Arbeit nutzen
für ihre Angebote Räumlichkeiten. Entweder stehen diese ausschließlich hierfür zur
Verfügung oder es gibt die Möglichkeit der Mitnutzung von vorhandenen Räumen in Schulen
oder Vereinsgebäuden.
Ergänzt wird dieses Angebot durch vier Spielmobilangebote, auf die an anderer Stelle dieses
Papiers gesondert eingegangen wird.
Im Prozess der Teilfachplanung 2009 wurden die Richtlinien Mobiler Jugendarbeit von 1992
mit den Trägern und den Fachkräften diskutiert. Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung
der Leitlinien der offenen Kinder- und Jugendarbeit wurde 2009 gemeinsam eine Konzeption
entwickelt, die im Folgenden verkürzt dargestellt wird:
Konzeption für die Mobile Jugendarbeit in Bielefeld 2009 (Auszug)
Ziele:
 Die Mobile Arbeit ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes der Offenen Kinder- und
Jugendarbeit in Bielefeld, sie richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen und verfolgt
stadtteil- und sozialraumorientierte Ansätze.
 Mobile Jugendarbeit erweitert und ergänzt die Angebote der stationären
Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Sie entwickelt in Stadtteilen, die über keine
oder nur unzureichende Angebote verfügen, zusammen mit Kooperationspartnern
auf die individuelle Situation zugeschnittene Angebote und Projekte.
 Die Mobile Arbeit orientiert sich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen und
greift deren besondere Anliegen und Interessen im Stadtteil auf. Sie vertritt Mädchen
und Jungen anwaltschaftlich gegenüber der Politik, Kaufleuten sowie Anwohnern und
Anwohnerinnen. Darüber hinaus wirbt die Mobile Arbeit für Verständnis gegenüber
jugendtypischem Verhalten wie z. B. das Austesten und Überschreiten von Grenzen
und Regeln sowie Formen der Selbstinszenierung.
 Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erschließung und Rückgewinnung von
öffentlichen Räumen sowie der Entwicklung von Nutzungskonzepten. „Es geht um die
Revitalisierung des öffentlichen Raums als Aneignungs- und Bildungsraum für
Jugendliche“. (vgl.: Deinet, 2009)
Zielgruppen:
 Alle Kinder und Jugendlichen im Stadtteil.
 Kinder und Jugendliche, die bisher von den bestehenden Einrichtungen, sportlichen
und verbandlichen Angeboten nicht oder nur selten angesprochen werden.
 Mädchen und Jungen, die für sich informelle Treffpunkte wählen und inszenieren.

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Arbeitsfelder/Aufgaben:
 Partizipation - Lobbyarbeit - Parteilichkeit
 Lebensweltorientierung - Auftraggeber Mobiler Arbeit sind die Jugendlichen
 Sozialraumorientierung - Kooperation und Vernetzung

Methoden:
 Mobile Jugendarbeit ist präsent und bekannt im Stadtteil.
 Mobilität und Flexibilität findet auch in Bezug auf die Konzepte statt.
 Die Fachkräfte der Mobilen Arbeit ermitteln gemeinsam mit der Bezirksjugendpflege
und der Jugendhilfeplanung die Bedarfe im Stadtteil und entwickeln geeignete
Angebotsformen, diese werden in den Regionalen Jugendhilfekonferenzen
abgestimmt.
 Mobile Arbeit macht Angebote und Projekte zur Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen. Sie setzt sich mit ihnen im öffentlichen Raum auseinander, nimmt sie
als Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils ernst und entwickelt Möglichkeiten
der konfliktfreien Nutzung öffentlicher Flächen.
 Sie unterhält einen Kleinsttreff als Anlaufstelle im Stadtteil.
 Sie organisiert niedrigschwellige Angebote für alle Kinder und Jugendlichen.
1.2. Der fachpolitische Auftrag
Der Jugendhilfeausschuss beschließt in seiner Sitzung vom 25.05.2016 im Rahmen der
Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen mit Freien Trägern für den Zeitraum 2017 –
2019 :
„Die mobilen Angebote in der OKJA ermöglichen ein flexibles Eingehen auf die Situation in
den jeweiligen Quartieren, da mit ihrer Hilfe auch Wohngebiete ohne stationäre Angebote
bzw. mit sich verändernden Bedarfen bedient werden können.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen verstärkt aufsuchende Arbeitsansätze
praktiziert werden.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Vertragsperiode 2017-2019 dazu zu nutzen, gemeinsam
mit den Akteuren der OKJA verstärkt aufsuchende Ansätze in der Arbeit zu entwickeln und
zu implementieren und über die Veränderungen vorab im JHA zu berichten.“
2. Zur methodischen Vorgehensweise des Berichts
Im März 2017 gründete sich im Auftrag der AG nach § 78 SGB VIII -Jugendarbeit- eine
Unterarbeitsgruppe, um sich dem politischen Auftrag anzunehmen. Diese Arbeitsgruppe
bestand aus Fachkräften des Arbeitsfeldes „Mobile Arbeit“ und der Jugendhilfeplanung des
Jugendamtes. Auch die Trägervertreter der entsprechenden Angebote waren in den Prozess
eingebunden.
In einem ersten Treffen wurden gemeinsam folgende Themenkomplexe identifiziert :
• Bestandsaufnahme /Wer arbeitet wie ?
• Blick über den Tellerrand/Welche Angebote gibt es in anderen Kommunen ?
• Installation eines festen AK mobile Arbeit
• Gelingensbedingungen von mobiler Arbeit
• Weiterentwicklung Konzeption 2009
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In weiteren sieben Treffen wurden die Inhalte dieses Papier bis zum Sommer 2018
erarbeitet.
Zusammenfassend hat sich die Gruppe mit den Themen „Auftrag und Ziele,
Handlungsmaximen, Gesetzliche Vorgaben und Rahmenbedingungen der mobilen
Jugendarbeit“ befasst. Im Folgenden die Ergebnisse:
3. Auftrag und Ziele der Mobilen Jugendarbeit
Mobile Jugendarbeit verfolgt das Ziel, die Lebenssituation junger Menschen nachhaltig zu
verbessern und sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Sie setzt dabei
 an der Lebenssituation jeder/jedes Einzelnen an mit dem Ziel, individuelle
Ressourcen zu erschließen, Handlungsspielräume zu erweitern, die
Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und bei der Alltagsbewältigung zu
unterstützen
 an der spezifischen Situation von Cliquen und Gleichaltrigengruppen an mit dem
Ziel, gruppenbezogene Lernprozesse, solidarischen Handelns und gegenseitiger
Unterstützung auszulösen und zu begleiten
 an den strukturellen Lebensbedingungen an mit dem Ziel, die
Rahmenbedingungen, die die jungen Menschen vorfinden, zu verbessern.
Dabei geht es u.a. darum,
 ihr Selbstbewusstsein zu stärken,
 mit ihnen neue Ideen zu entwickeln, wie ihr Leben „besser“ gelingend verlaufen
könnte
 ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen, aus denen heraus sie neue
Verhaltensweisen lernen und entwickeln können
 ihnen Möglichkeiten für Treffen und Freizeitaktivitäten zu schaffen
 ihnen bei der Bewältigung von Konflikten in ihrer Familie oder Beziehung zu
helfen
 ihnen bei der Bewältigung von schulischen Problemen oder des Ausschlusses aus
der Schule zu helfen
 sie bei der Berufsorientierung und der Suche von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
zu unterstützen
 ihnen Zugang zu bestehenden Angeboten der Jugendhilfe zu vermitteln und ihre
sozialen Netzwerke auszubauen
 Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erschließung und Rückgewinnung von
öffentlichen Räumen sowie der Entwicklung von Nutzungskonzepten. „Es geht um
die Revitalisierung des öffentlichen Raums als Aneignungs- und Bildungsraum für
Jugendliche“. (vgl.: Deinet, 2009)
3.1 Handlungsmaximen der mobilen Jugendarbeit
Das Handeln der Mobilen Jugendarbeit richtet sich nicht darauf aus, als defizitär erlebte
Verhaltensweisen zu verändern, sondern den Jugendlichen Möglichkeiten zu bieten, damit
sie sich verändern und anders handeln können. Die Jugendlichen werden als Subjekte dieser
Entwicklungsprozesse ernst genommen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine
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zentrale Rolle spielen, weil sich die Jugendlichen im Dialog, in der Auseinandersetzung und
der Konfrontation an ihren Personen und Positionen abarbeiten können, weil sie Hilfen zur
Alltags-und Lebensbewältigung bieten können, weil sie den Rahmen schaffen können für
neue Erfahrungen, aus denen sich neue Handlungsoptionen ergeben. Cliquen und Gruppen
werden dabei nicht primär als Gefährdungspotenzial gesehen, sondern als Ressourcen, die
soziales Lernen und „emanzipative Lernschritte“ ermöglichen. Mobile Jugendarbeit richtet
den Blick also primär auf die Probleme, die die jungen Menschen haben und lässt die
Probleme, die andere mit ihnen haben, in den Hintergrund treten. Anstelle des
Wohlverhaltens rückt das Wohlergehen der Jugendlichen in das Zentrum des Handelns der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dementsprechend ordnungsrechtliche Aufträge nicht
erfüllen können. Wenn die Lebenssituation der Jugendlichen verbessert werden kann, wird
dies jedoch auch enorme positive „Nebeneffekte“ für ihr Umfeld haben.
Folgende Arbeitsprinzipien sind fachlich von hoher Bedeutung :
Ganzheitlichkeit
Die Mitarbeiter/innen sind grundsätzlich offen für alle Themen der jungen Menschen. Ihre
Angebote sind nicht begrenzt auf spezielle Problemlagen wie etwa Sucht, Kriminalität,
Gewalt oder Berufsfindung.
Ressourcenorientierung
Die Mitarbeiter/innen orientieren sich an den Problemen, die die jungen Menschen haben,
nicht an denen, die sie verursachen. Sie richten den Blick nicht auf die
Defizite der Jugendlichen, sondern versuchen, ihre Stärken in den Mittelpunkt zu rücken, um
diese zu fördern und zu erweitern und zur Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und der
Lösung von Problemen zu nutzen. Sie übernehmen Interessenvertretungs- und
Lobbyfunktion.
Bedürfnisorientierung und Partizipation
Auf der Basis eines tragfähigen Kontakts bemühen sich die Mitarbeiter/innen, die
Bedürfnisse der jungen Menschen zu erkennen, und entwickeln daraus bei Bedarf
gemeinsam mit ihnen geeignete Angebote. In allen Phasen der Angebote werden neue
Erkenntnisse über die Bedürfnisse in die weitere Planung einbezogen,
etwa die Veränderung der Angebotszeiten, das Aufsuchen neuer Szeneplätze, das Initiieren
neuer Angebote, die Entwicklung erlebnispädagogischer Angebote oder eine verstärkte
Kooperation mit bestimmten Institutionen.
Freiwilligkeit
Die Teilnahme an Angeboten der mobilen Jugendarbeit ist grundsätzlich freiwillig, wie an
allen anderen Angeboten der OKJA.
Geschlechterdifferenziertes Arbeiten
Die Mitarbeiter/innen berücksichtigen bei allen Angeboten das geschlechtsspezifische
Rollenverhalten der jungen Menschen sowie die an sie als Jungen beziehungsweise Männer
und Mädchen beziehungsweise Frauen gestellten Anforderungen. Sie versuchen dazu
beizutragen, geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzubauen und dementsprechende
Angebote zu machen.
Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

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Interkulturelles Arbeiten
Mobile Jugendarbeit verlangt von den Mitarbeiter/innen interkulturelle Kompetenz, das
bedeutet insbesondere das Bemühen, die Deutungsmuster und Handlungsweisen von
jungen Menschen vor dem Hintergrund ihrer kulturellen Prägung zu verstehen, und die
Fähigkeit, ihnen gegenüber angemessen zu handeln und entsprechend mit ihnen zu
kommunizieren.
4. Gesetzliche Vorgaben / Rahmenbedingungen
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Förderung der individuellen Entwicklung der
Persönlichkeit.
Die Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe sollen dazu beitragen, positive
Lebensbedingungen zu schaffen (s. § 1 Abs. 3, Nr. 4 SGB VIII/KJHG).
Mobile Jugendarbeit in Bielefeld findet ihre gesetzliche Grundlage ausschließlich in § 11 SGB
VIII/KJHG und wird somit als Teilbereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit gefördert.
Damit sind Streetworkansätze im Rahmen einer Förderung von § 13 SGB VIII/KJHG
(Jugendsozialarbeit) in Bielefeld bislang nicht vorgesehen.
Insgesamt gibt es in Bielefeld sieben Angebote der mobilen Jugendarbeit verteilt auf das
gesamte Stadtgebiet. Das Angebot ist mit 7 Fachkraftstellen hinterlegt und wird von vier
unterschiedlichen Trägern betreut. Ergänzt wird dieses Angebot durch vier Spielmobile
betreut durch drei Träger. (s. Anlage Standorte der mobilen Jugendarbeit in Bielefeld).
Alle Angebote sind mit insgesamt ca. 500.000 € hinterlegt.
Eine explizite Finanzierung von benötigten Fahrzeugen existiert bisher nicht.

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5. Angebote der mobilen Arbeit in Bielefeld
aus Sicht der Fachkräfte in den einzelnen Angebote

5.1 Mobile Jugendarbeit Ost/ Trägerverein der ev. offenen und mobilen Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen e.V
Das „Cafe Aktiv“ ist ein offener Kleinsttreff für Kinder und Jugendliche. Die Öffnungszeiten
und Angebote stehen allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von Nationalität, Herkunft,
Konfession oder Bildungsniveau im Alter von 6 – 21 Jahren offen.
Die StammbesucherInnen wohnen im näheren Umfeld zur Einrichtung und kommen somit
direkt aus dem Stadtteil. Dies trifft für den Kinderbereich genauso zu wie auf den
Jugendbereich. Laut Lebenslagenbericht der Stadt Bielefeld lebt dort ein hoher Anteil an
Menschen mit Migrationshintergrund. Die Angebote richten sich an Mädchen und Jungen
zwischen 6-12 Jahren. Für die Jugendlichen ab 13 Jahre gibt es die Jugendöffnungszeit.
Bei den Jugendlichen nimmt das Thema Übergang Schule, Beruf, bzw. Lebensplanung eine
immer größere Rolle ein.
In den Kindergruppen ist es wichtig, durch kontinuierlich ein Angebot und
angebotsbegleitende Fachkräfte, die Beziehungsarbeit zu den Kindern zu gestalten. Damit
wird den Kindern die Gelegenheit eröffnet, sich aktiv mit den angebotenen Themen und
Situationen auseinander zu setzen und Zeit und Raum zu nutzen, sich auszuprobieren, zu
experimentieren und Grenzen auszutesten.
Zudem werden die Mitarbeitenden aufgesucht, um Hilfestellung bei Konflikten untereinander oder Schwierigkeiten mit der Schule bzw. Lehrern zu geben.
5.2 Jugendzentrum HOT Wellensiek/ Mobi West/ Trägerverein der ev. offenen und
mobilen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V
Von der Mobi West/ HOT Wellensiek ist bisher und aktuell kein Bedarf eines mobilen
Angebotes wahrgenommen worden. Deshalb finden die Angebot zurzeit am Jugendzentrum
statt. Ein geeignetes Fahrzeug für mobile Einsätze steht nicht zur Verfügung.
Die Fachkräfte sind allerdings im Quartier präsent, so z.B. bei Ferienspielen im Rahmen des
Offenen Ganztags an der Bültmannshofschule (Ostern und Sommer), Stadtteilfesten und bei
Kooperationsangeboten mit den Grundschulen Wellensiek und Bültmannshof.
Das HOT Wellensiek wird von unterschiedlichsten Cliquen aufgesucht. Dabei fällt auf, das
die Stammbesucher*innen sich vermehrt einen festen Tag aussuchen (abhängig vom
Stundenplan). So besuchen täglich unterschiedliche Besucher*innen die Einrichtung.
Im Schwerpunkt sind das Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren, sowohl Mädchen als auch
Jungen unterschiedlichster Herkunft. Darüber hinaus gibt es vereinzelt Besucher*innen im
Alter von 16 – 21 Jahren. Sie kommen aus den Wohngebieten Wellensiek, Lohmannshof,
Pappelkrug, Am Rottmannshof und Bültmannshof.
Zentrale Themen der Besucher*innen sind Social Media in seinen unterschiedlichen
Ausprägungen sowie Freundschaft und Musik.
Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

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Unterschiedliche Rollenbilder und das Aufwachsen in zwei verschiedenen Kulturen
beschäftigen viele der Besucher*innen. Viele Kinder kommen auch gezielt, um an den
unterschiedlichen freizeitpädagogischen Angeboten teilzunehmen. Das Jugendzentrum dient
den Besucher*innen als wichtiger Rückzugs- und Schutzort.
Bei den Jugendlichen überwiegen die Themen Berufswahl und Hilfe bei Bewerbungen, Liebe
und Freundschaft.
Für diese Zielgruppe ist das Jugendzentrum ebenfalls ein wichtiger Rückzugsort vom
stressigen Schulalltag. Diese Clique hat eine jahrelange feste Bindung an das Haus, deshalb
nutzen sie die Beziehung zu den hauptberuflichen Mitarbeiter*innen bei Problemen und
Sorgen unterschiedlicher Art.
5.3 Moby Nord/Bauwagen in Vilsendorf/ Trägerverein der ev. offenen und mobilen Arbeit
mit Kindern und Jugendlichen e.V
Das Team der Mobilen Arbeit Nord entwickelt und gestaltet Angebote und Projekte für
Kinder und Jugendliche im Bielefelder Norden. Die Stadtteile Jöllenbeck, Theesen und
Vilsendorf bilden den Aktionsradius für die Mobile Jugendarbeit Nord. Dort, wo Angebote
für Kinder und Jugendliche fehlen, eröffnet die Mobi Nord auf kreative Weise Spielräume,
Treffpunkte und Freizeitangebote.
Der Bauwagen
So bietet z.B. der Bauwagen am Bolzplatz in Vilsendorf einen Offenen Treff- und Anlaufpunkt
für Kinder und Jugendliche. Ausgestattet wie ein Mini-Jugendzentrum kann im Bauwagen
gespielt, gebastelt, gekocht und gewerkelt werden, PS4-zocken oder einfach chillen ist auch
möglich. Aber auch draußen kicken oder Volleyball spielen, Stockbrot backen, schnitzen oder
am Lagerfeuer kokeln. Ebenso werden regelmäßige Ausflüge geplant. Ob Klettern, Bowling,
Soccerhalle, Freizeitpark oder Eisbahn….alles ist möglich. Für alle Freunde der Medienarbeit
steht das passende Equipment für Foto- oder Filmprojekte zu Verfügung.
Der Beratungsbereich spielt aufgrund der beengten Raumkapazitäten des Bauwagens eine
eher untergeordnete Rolle.
Dennoch gibt es immer wieder einzelne Gespräche mit Kindern und Jugendlichen zu den
Bereichen Schule, Partnerschaft/Freunde und Ausbildung/Zukunft. In einzelnen Fällen gab es
Gespräche mit Eltern in Bezug auf Konflikte der Kinder.
5.4 MobySports/ Sportjugend im Sportbund Bielefeld e.V.
MobySports war in seinem Ursprung in städtischer Trägerschaft und unterhielt ein Fahrzeug
mit dem mobile, aufsuchenden Angebote durchgeführt wurden. Dies änderte sich jedoch
weil erkannt wurde, dass ein fester Standort größere Potenziale birgt.
MobySports zog in Räumlichkeiten der damaligen Hauptschule Petrischule (heute der
Grundschule Volkeningschule) ein und machte fortan saisonal (in den Sommermonaten)
Angebote für Kinder und Jugendliche. Als die Sportjugend als freier Träger in der Offenen
mobilen Kinder und Jugendarbeit MobySports übernahm, weitete sie das Programm der
Einrichtung auf das ganze Jahr aus, um den Kindern und Jugendlichen verlässliche Angebote
und Beziehungsarbeit bieten zu können.

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Der Großteil der praktischen Arbeit findet innerhalb bzw. außerhalb der Räumlichkeiten an
Schule statt. Allerdings ist die Einrichtung durchaus gut vernetzt, kooperiert mit
verschiedenen Institutionen und Arbeitsgemeinschaften und beteiligt sich an Stadtteilfesten
und anderen Aktivitäten im Quartier.
Die tägliche Arbeit des Treffs ist sehr aktivierend ausgelegt, sodass das Schulgelände
(Schulhof, Spielplatz, etc.) und somit der natürlichen Sozialraum der Kinder und Jugendlichen
von ihnen zu nutzen ist (Raumaneignung).
Der Treff wird von Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren besucht, wobei der Hauptteil des
Klientel relativ jung (6-13Jahre) ist. Die BesucherInnen sind unterschiedlicher sozialer,
ethnischer und religiöser Herkunft. Dazu zählen viele Kinder mit Fluchterfahrungen. Die
Kinder und Jugendlichen nehmen das Programm unterschiedlich wahr, manche kommen so
gut wie jeden Tag, wobei wiederrum andere „nur“ an bestimmten Tagen, wie dem
Mädchen- oder Jungentag, den Jugendtreff besuchen.
Zentrale Themen der BesucherInnen sind Familie, Freundschaft und eine freie,
selbstgewählte, von Leistungsdruck befreite Freizeitgestaltung. Das Aufwachsen in einer
„neuen“ Kultur und die damit einhergehenden „neuen“ Rollenbilder sind weitere Themen
die die BesucherInnen in ihrer Lebenswelt beschäftigen. Beziehungsarbeit zu den Kindern
und Jugendlichen ist zentraler Bestandteil der Arbeit.
Die BesucherInnen nehmen die Räume als wichtigen Rückzugs- und Schutzraum wahr.
5.5 4You/Sportjugend im Sportbund Bielefeld e.V.
Ähnlich wie MobySports ist auch das 4You in der Senne als fester Treffpunkt historisch
begründet. Aktuell befindet sich der Standort auf dem Sportgelände des örtlichen
Sportvereins zwischen Fußballplatz und Freibad.
Die BesucherInnen sind zwischen sechs und 20 Jahren alt.
Es wurden in der Vergangenheit mehrere Versuche gestartet, mobile Angebote zu
installieren z.B. durch Spielplatzaktionen etc., jedoch zeigte sich, dass ein fester
Anlaufpunkt attraktiver für die BesucherInnen (gemütlicher, vielseitiger nutzbar,
Rückzugsorte für persönliche Gespräche etc.) ist.
Zentrale Themen der Kinder und Jugendlichen sind: erste Liebe, Familie, Probleme in der
Schule, Persönlichkeits- bzw. Identitätsentwicklung im Hinblick auf ihren Körper und ihre
Sexualität.
5.6 Mobile Jugendarbeit Süd – Sennestadt/Sportfreunde Sennestadt e.V.
Die Angebote der Mobilen Jugendarbeit Süd – Sennestadt, kurz Mobi Süd richten sich an
Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 27 Jahren. Die Arbeit knüpft dabei
an der Mitgestaltung und Mitbestimmung der jungen Menschen an (vgl. § 11, Abs. 1 SGB
VIII).

Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

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Die Mobi Süd wird im Stadtteil Sennestadt an mehreren dezentralen Standorten eingesetzt,
indem das Angebot mit einem Wohnmobil durchgeführt wird. Dabei richtet sich das Angebot
an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die in einer Siedlung leben, die von Hoch- und
Mehrfamilienhäusern gebildet wird und in der kulturübergreifende Interessen bestehen. Die
Hauptaltersgruppe der Besucher*innen ist im Alter von 10 bis 14 Jahren.
Des Weiteren findet ein Angebot der Mobi Süd an einem Spielplatz einer Ein- bis
Mehrfamilienhaussiedlung in Dalbke, die an einer Bundesstraße und dem Industriegebiet
liegt, statt. Bei dem Standort ist die Hauptaltersgruppe im Alter von zwölf bis 16 Jahren.
Dalbke ist knapp 5 KM vom Ortskern von Sennestadt entfernt.
Ein weiterer Standort der Mobi Süd befindet sich an der Skaterrampe und orientiert sich an
den Interessen und der Mitwirkung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen der
Skaterszene. Bei den Skatern ist die Hauptaltersgruppe im Alter von zwölf bis 21 Jahren,
wobei sich dort auch des Öfteren einige jüngere aber auch ältere Besucher*innen aufhalten.
Überwiegend sind bei allen drei Standorten diverse Anliegen im Bereich der Familie, Schule,
Freundeskreis oder Ausbildung und Arbeit zentrale Themen der Kinder, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen. In der Arbeit kommt es des Weiteren häufiger vor, dass sich
Erwachsene und Eltern mit diversen Anliegen an die Fachkraft wenden.
5.7 Moby Quelle/X Box und Grundschule Quelle/ Verein zur Förderung der Jugendarbeit
e.V.
Die X-Box ist ein SchülerInnen-Café in der Gesamtschule Quelle, welches Dienstag bis
Donnerstag und Samstag als Offener Treffpunkt für Jugendliche ab 12 Jahren geöffnet ist.
Billardtisch, Kicker, TV und Spielkonsole sorgen dafür, dass die Besucher auch bei schlechtem
Wetter einen geschützten Anlaufpunkt in Quelle haben. Hier werden mit den Jugendlichen
Filmabende, Ausflüge, Feste, diverse Projekte und Workshops wie z.B. Graffiti, Beatboxing
oder DJing organisiert.
Bei gutem Wetter ist das Schulgelände mit Sportplatz, Tischtennisplatten, überdachte
Flächen und der Skaterampe ein geeigneter Ort zur Freizeitgestaltung. Die aktive,
selbstbestimmte Mitgestaltung des Programms durch die Besucher ist bei allen Angeboten
entscheidend. Außerdem gibt es eine wöchentliche Hip-Hop-Tanzgruppe, welche unter
Anleitung eigene Choreografien entwickelt und für gemeinsame Auftritte probt. Einige
dieser Projekte finden auch in Kooperation mit der Gesamtschule Quelle statt.
Zusätzlich existiert eine enge Kooperation mit der Grundschule Quelle in der der Träger seit
dem Schuljahr 2016/17 den offenen Ganztag gestaltet. Hier werden jeden Donnerstag in der
Turnhalle des TUS Quelle Bewegungsangebote für Kinder angeboten. Zusätzlich fährt
dienstags - bei gutem Wetter - das Spielmobil den Schulhof der Grundschule Quelle an. Seit
Sommer 2016 findet in den Räumen der Schule auch jeden Freitag ein spielerisches
Integrationsprojekt für Kinder mit und ohne Fluchterfahrung statt.

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6. Angebote der Spielmobile in Bielefeld
aus Sicht der Fachkräfte in den einzelnen Angebote

Spielmobilarbeit ist ein Konzept der offenen außerschulischen Kinderkulturarbeit. Sie zielt
darauf ab, als Teil der Gesamtkonzeption zur pädagogischen Arbeit mit Kindern überall dort
in der Stadt sowie den anliegenden Wohn- und Schlafsiedlungen, Spielräume und
Spielanlässe zu schaffen, wo stationäre Angebote und kindgerechte Strukturen fehlen oder
unzureichend vorhanden sind. Spielmobilarbeit hat den Anspruch, Kinder als ExpertInnen für
ihr Spiel- und Lebensumfeld ernst zu nehmen und Kinderbedürfnisse und -interessen
öffentlich zu machen und zu vertreten. Das pädagogische Ziel der Spielmobilarbeit ist die
Gestaltung einer kindergerechten Umwelt.
Spielmobile können keine klassische Beziehungsarbeit im Sinne stationärer Einrichtungen
leisten. Der Blickwinkel liegt auf der Gesamtstadt als Spiel- und Lebensraum, die Kontinuität
bezieht sich auf die Angebote und nur bedingt auf die Beziehung zwischen PädagogInnen
und Kindern.
(s. Webseite des Vereins „Spielen mit Kindern e.V.)

6.1 Spielmobile des Vereins „Spielen mit Kindern“ Pippo und Trolli
Der Verein “Spielen mit Kindern” praktiziert seit 1981 Spielmobilarbeit, also seit genau 37
Jahren! Was mit einem Fahrzeug begann, auf die Ferienzeit beschränkt war und auf
ehrenamtlicher Basis von StudentInnen geleistet wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahre
kontinuierlich weiter. Heute gibt es im Verein die beiden Spielmobile “Pippo” und “Trolli”,
die nach den o.g. Kriterien und Prinzipien in verschiedene Bielefelder Stadtviertel rollen.
Spielmobil „Pippo“
Das Spielmobil Pippo ist gepackt mit vielen tollen Spielmaterialien und fährt übers ganze
Jahr verschiedene Spielplätze, Rasenflächen, Schulhöfe und Räumlichkeiten in Bielefeld an.
Einsatzorte sind der Moenkamp (3x wöchentlich), sowie Südring (Brackwede) und das
Ostmannturmviertel mit jeweils einem wöchentlichen Einsatz.
Wenn das Spielmobil Pippo seine Einsatzorte in Bielefeld erreicht, gibt es für die dortigen
Kinder eine Menge zu entdecken und erleben. Neben einer bunten und
abwechslungsreichen Spiellandschaft bringt er nämlich auch wechselnde Angebote und
deren vielfältigen Materialien mit. Ergänzt wird das Angebot durch Ferienspiele auf dem
Abenteuerspielplatz „Alte Ziegelei“
Spielmobil „Trolli“
Von Anfang April bis Ende Oktober fährt das große Spielmobil “Trolli” wöchentlich in drei
unterschiedliche Bielefelder Stadtteile, um dort gemeinsam mit den Kindern und AnwohnerInnen Spiel- und Bastelaktionen zu gestalten. Hierbei wird der gesamte Spielinhalt des
Fahrzeuges als große Spiellandschaft aufgebaut und mit Angebotswünschen der Kinder
ergänzt.
Einsatzorte sind der Oberlohmannshof (3x wöchentlich) sowie der Südring (Brackwede) mit
einem wöchentlichen Einsatz.
Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

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Der Trolli bietet Platz für eine enorme Anzahl an Spielgeräten und -materialien. So gehören
zum Regelbestand u.a. der Kreativpavillon, die Rollenrutsche, die Slack- und Jungle Line,
Badmintonnetze, eine Tischtennisplatte, Fußballtore, Wurfspiele, Wippen, eine Schaukel,
eine Zeltlandschaft, Großbrettspiele, ein Kickertisch, Stelzen, ein CD-Player und
unterschiedlichste Fahrzeuge. Auch Brettspiele, Bastel- und Malmaterialien sind im Trolli
gelagert und können ausgeliehen werden.
Auch hier wird das Programm ergänzt durch Ferienspiele und Kurzfreizeiten.
6.2 Spielmobil der Falken
Spielmobilarbeit wird vom Träger als Mobiles Arbeitsfeld im Sinne pädagogisch betreuter
Spielplätze verstanden. Mit dem Falken-Spielmobil schafft der Träger Spiel-Räume für
Kinder, bietet Treffpunkte und Kommunikationsmöglichkeiten und fördert die Kreativität
sowie die Bewegungsentwicklung.
Das Spielmobil ist in der Saison (zwischen den Oster- und Herbstferien) unterwegs und mit
vielen Spielen und Bastelmaterialien altersgerecht ausgestattet.
Aktuell fährt das Spielmobil jeden Dienstag in der Zeit von 16 bis 18:30 Uhr den Schulhof der
Grundschule Quelle zur Unterstützung des Offenen Angebotes an. Zielgruppe sind hier
Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren.
Jeden Donnerstag besucht das Spielmobil in der Zeit von 15:30 bis 18 Uhr den Nordpark. Die
Besucherschaft ist hier zum Teil deutlich jünger, da das Angebot von ganzen Familien
wahrgenommen wird. Die Altersstruktur variiert hierbei von 0 bis 12 Jahren.
Darüber hinaus ist das Spielmobil mit vielen weiteren Spielmaterialien, wie zum Beispiel
Hüpfburgen, an unterschiedlichsten Spiel- und Stadtteilfesten beteiligt und organisiert diese
auch selbst im Rahmen der von den Falken betreuten Jugendzentren oder in der
Zusammenarbeit mit Schulen. Darüber hinaus wird das Spielmobil auch bei
unterschiedlichsten Ferienspiel-Angeboten genutzt.
6.3 Spielmobil der Sportfreunde Sennestadt
Das Spielmobil fährt 38 Einsätze im Jahr, die zwischen den Oster- und Sommerferien/
Sommer- und Herbstferien stattfinden.
Einsatzorte : Württemberger Allee und nach langem Einsatz in Dalbke Versorgung in diesem
Jahr des Gebiets - Senner Hellweg /Autobahnbrücke mit Standort Containerdorf, da es dort
einen schönen Spielplatz gibt und auch einen Hof zum Kettcar und Inliner fahren.
Abgesehen davon, ist eine Verständigung in der Nähe der Autobahn kaum möglich und im
Containerdorf ist es leiser.
Möglich sind diese Einsätze nur durch Einsatz einer hauptamtlichen Mitarbeiterin in den
Bereichen Organisation und Honorarkraftaquise sowie durch die Nutzung des
vereinseigenen VW Bullis.
Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld

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Aufgabe ist die Versorgung der Wohngebiete im Freizeitbereich durch pädagogisch betreute
Spiel-Bastel- und Bewegungsangebote.
Umgesetzt wird dieses Angebot mit dem Einsatz von abwechslungsreichen Spiel- und
Sportgeräten/Gruppenspielen/Bastel- und Bauaktivitäten
Zielgruppe: Mädchen und Jungen 5 bis 12 Jahre/ viele Kinder aus Familien mit
Einwanderungsgeschichte/sozial schwachen Verhältnissen/aktuell Geflüchtete
7 Befund, Fazit und Ausblick
Aktuell ist im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit lediglich in Sennestadt die Umsetzung des
Konzeptes, das auf Mobilität und der aufsuchenden Arbeit fußt, gelungen. Hier ist die Mobi
Sennestadt an die Jugendeinrichtung LUNA fachlich und personell angeschlossen und fährt
mit dem Wohnmobil in abgelegene Wohngebiete bzw. zu beliebten Treffpunkten der
Jugendlichen im Stadtbezirk. Einziger Knackpunkt : Das Wohnmobil bietet nur Platz für 6-8
BesucherInnen und ist in die Jahre gekommen.
Alle anderen Angebote sind in Kleinsttreffs z.B. an Schulen oder Sportstätten untergebracht
und haben sich in erster Linie stationär konzeptionell verankert. Diese Angebote werden
allerdings auch stark frequentiert.
Die Spielmobile sind komplett mobil unterwegs. Zielgruppe sind hier hauptsächlich Kinder im
Alter von 6-10 Jahren. Die Angebote werden über den Bielefelder Jugendring finanziert. Die
Finanzierung (80 € pro Einsatz) basiert allerdings auf einer Festlegung von 1996. Die Kosten
für Benzin, Fahrzeuge, Spielmaterial sind seitdem deutlich gestiegen. Die aktuelle Förderung
ist nicht mehr auskömmlich.
Folgende Kernaussagen lassen sich aus der Arbeitsgruppe wie folgt zusammenfassen :
 Mobile Angebote ohne strukturelle und personelle Anbindung an stationäre
Angebote ist nicht vorstellbar
 Die mobile JA ist kein gesellschaftliches Recyclingsystem und kein
Beratungssystem ausschließlich für defizitär wahrgenommene Jugendliche.
 Es hat ein eigenes Profil und grenzt sich von Streetworkansätzen ab.
 Das mobile Angebot muss attraktiv sein und mit Fahrzeugen ausgestattet
werden, die auch entsprechend interessante, jugendaffine Angebote
vorhalten können. (z.B. umgebauter ehem. Linienbus) Solche Highlight
Angebote hätten einen „Leuchtturmcharakter“ und würden entsprechend
wahrgenommen. So könnten an unterschiedlichen Standorten in Bielefeld
rotierend Angebote für diverse Zielgruppen vorgehalten werden.
Daraus ergeben sich für die Zukunft folgende Szenarien für das Arbeitsfeld :
Szenario 1 : Ohne Bereitstellung von zusätzlichen finanziellen Ressourcen unter anderem für
die Finanzierung von Fahrzeugen und Erhöhung von Sachkosten arbeiten die Einrichtungen
zukünftig als „Kleinsteinrichtungen“ im Sozialraum. Gelegentliche mobile Einsätze sind nur in
den Sommermonaten möglich.

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Szenario 2 : Für alle sieben Angebote erfolgt eine 100 % Förderung der Anschaffungs- sowie
Instandhaltungskosten für einen Bulli.
Beispiel für ein Leasingangebot für einen Transporter Kombi Motor: 2,0 l TDI EU6 SCR
BlueMotion Technology 75 kW Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe Radstand: 3000 mm
Jährliche Fahrleistung: 15.000 km, Vertragsdauer: 48 Monate, ohne GebrauchtwagenAbrechnung.
Überführungspauschale und Zulassungskosten in Höhe von EUR 1.007,56 sind in der LeasingRate enthalten.
Beschreibung

Betrag

monatliche Leasing-Rate ohne Dienstleistungen

Eur

313,00



zzgl. Winterreifen

Eur

10,92



zzgl. Wartung und Verschleißreparaturen

Eur

37,93

EUR

361,85

monatliche Leasing-Rate inkl. Dienstleistungen
Gesamtsumme Jährlich für 7 Angebote : 4.400 € x 7 = 30.800 €

Dazu kommen Kosten für Treibstoff, Versicherung und Steuern von ca. 3.000 € jährlich pro
Fahrzeug = 21.000 €
Gesamtkosten : ca. 52.000 € jährlich
Ein Bulli besitzt allerdings keine Aufenthaltsqualität und kann lediglich zum Transport von
Kindern und Jugendlichen und/oder Spielmaterial genutzt werden.
Szenario 3 :
Projekt Jugendbus
Um sowohl zahlreichen Kindern und Jugendlichen als auch Materialien Platz zu bieten, wird
ein Gelenkbus zur Verfügung gestellt.
Ein gebrauchter aber voll funktionsfähiger Bus wird über moBiel erworben.
Der Bus wird nach den Einsätzen auf das Gelände von moBiel oder alternativ des
Umweltbetriebs zurückgeführt.
Die Umsetzung des Busses erfolgt durch Mitarbeiter der OKJA (Voraussetzung LKW
Führerschein).

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Umbau und Gestaltung des Busses:
Die äußere und innere Gestaltung des Busses (Gelenkbus) soll im Rahmen eines
Partizipationsprojektes mit der Zielgruppe ermittelt und umgesetzt wird.
A. Anforderung an ein Fahrzeug für die Mobile Arbeit:
1.
2.
3.
4.
5.

Raum für Ausrüstung
Aufenthaltsmöglichkeit
Attraktivität
Beheizbar
Gestaltungsmöglichkeit für Jugendliche

B. Stellplatz (aktiv)
1. Stromanschluss erwünscht
B. Stellplatz (passiv)
1. Sichere Abstellmöglichkeit außerhalb des Einsatzgebietes (bei moBiel oder auf
Werkhof des Umweltbetriebes)
2. Fahrzeugwartung (moBiel) über Zentralwerkstatt.
Der Vorteil eines solchen Angebotes bestünde auch darin, verschiedene Stadtbereiche mit
unterschiedlichen Bedarfs- und Interessenlagen (z.B. Jugendlichen mit Fluchterfahrungen,
Jugendliche in unterversorgten Stadtteilen, anlassbezogene Versorgung usw.) erreichen zu
können. Bei zu erwartenden Sanierungen von Jugendeinrichtungen mit den daraus
resultierenden vorrübergehenden Einrichtungsschließungen (kann länger als ein Jahr sein)
kommen mobil einzusetzenden Räumlichkeiten eine große Bedeutung zu.

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Modellrechnung der Machbarkeit für einen kalkulierten Nutzungszeitraum von 4 Jahren:
Die diesbezüglichen Fakten wurden in enger Absprache mit Mobiel recherchiert.
Als geeignet erscheint ein Linienbus von ca. 12 m Länge.
Kosten pro Jahr:

Anschaffung

10.000,00 €

Kosten für Wartung

7.000,00 €

Versicherung und Steuern

1.500,00 €

Kosten für z.B. Umsetzen
(Führerscheinausbildung)

1.000,00 €

Innenumbau des Busses

1.000,00 €

Außengestaltung

1.000,00 €

Kosten für Treibstoff

1.000,00 €

Gesamtsumme pro Jahr

22.500,00 €

Abzüglich des auf vier Jahre verteilten
Restwertes

Kalkulierte Kosten pro Jahr

-

3.750,00 €

18.750,00 €

Nicht berücksichtigt werden hierbei die Kosten für den Einsatz von pädagogischen
Fachkräften aus dem Bereich der OKJA
Umweltverträglichkeit
Bei der Anschaffung sollte es sich um einen Bus in der Schadstoffklasse Euro 5 handeln.
Schon jetzt fahren Busse und LKW sauberer als Diesel PKW´s. Aufgrund der geringen zu
erwartenden Laufleistung ist über die Gesamtheit des Einsatzes nur eine geringe Immission
von Feinstäuben zu erwarten.

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Dennoch kann solch ein Fahrzeug von Fahrverboten betroffen sein. Diese sind allerdings
nach jetzigem Kenntnisstand für Bielefeld in den nächsten Jahren nicht in dem Maße zu
erwarten, dass ein Einsatz des Fahrzeuges nicht mehr möglich wäre.
8 Stellungnahme der Jugendhilfeplanung
Alle bisherigen Standorte werden gut frequentiert und als Kleinsteinrichtungen genutzt.
Sie sind fester Bestandteil der Angebotslandschaft der OKJA und somit nicht entbehrlich.
Dies gilt auch und besonders für die Spielmobile, die ihrem mobilen Auftrag in vollem
Umfang nachkommen, sich aber aufgrund ihrer programmatischen Ausrichtung auf die
Zielgruppe Kinder beschränken. Im Rahmen der Spielmobilarbeit muss über eine
angemessene, auskömmliche Förderung nachgedacht werden
Aus jugendhilfeplanerischer Sicht wird die Erprobung eines „Jugendbusses“ (Szenario 3) als
neues und innovatives Element mobiler Arbeit empfohlen.
Mit diesem Projektansatz soll auch vornehmlich die bisher über mobile Ansätze nur schwer
zu erreichende Zielgruppe der Jugendlichen in den Blick genommen werden. Die Gestaltung
und programmatische Ausrichtung des Angebotes muss unbedingt unter partizipativer
Einbindung der Zielgruppe entwickelt werden.
Der Bus eröffnet die Möglichkeit, schnell und flexibel auf veränderte Bedürfnisse junger
Menschen und Bedarfe in Sozialräumen einzugehen und bietet eine eigene und „coole“
Aufenthaltsqualität. Die Angebote können befristet und bei demographischen und sozialen
Veränderungen angepasst werden.
Die Finanzierung von Fahrzeugen (Szenario 2) bietet die Möglichkeit, Aktivitäten außerhalb
der Einrichtung und des Sozialraumes wahrzunehmen, also den Blick über den Tellerrand des
eigenen Stadtteils zu wagen. Die Fahrzeuge bieten allerdings keine eigene
Aufenthaltsqualität, sondern können lediglich Menschen und/oder pädagogisches Material
transportieren.

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9 Anhang/ Standorte der Mobilen Jugendarbeit in Bielefeld
Mobile Jugendarbeit

Träger

Angebot

Sozialraum

Trägerverein der
ev. offenen und
mobilen Arbeit
mit Kindern und
Jugendlichen e.V

Mobi Nord
Bauwagen Vilsendorf

Jöllenbeck

Mobi Ost
Anlaufstelle CAFE AKTIV
Mobi West
Anlaufstelle Jugendtreff
Wellensiek
Mobi Quelle
Anlaufstelle
Gesamtschule
Brackwede und
Grundschule Quelle
Mobi Senne
Anlaufstelle
Sportgelände Senne

Heepen/Oldentrup 1

Verein zur
Förderung der
Jugendarbeit e.V

Sportjugend im
Sportbund
Bielefeld e.V.

Sportfreunde
Sennestadt e.V.

FK
Stellen
1

Dornberg

1

Brackwede/Quelle

1,5

Senne

1

MOBY Sports
Anlaufstelle:
Volkeningschule

Bielefeld Mitte

1

Mobi Sennestadt
Wohnmobil

Sennestadt

0,5

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Spielmobile

Träger

Angebot

Einsatzorte

FK Stellen

Spielen mit
Kindern e.V.

Spielmobil
„Pippo“

Einsatzorte
wechselnd (3 x
Altenhagen; 2 x
variabel)

1

Spielmobil
„Trolli“

Einsatzorte
wechselnd
(Oberlohmannshof;
Kesselbrink;
Ostmannturm;
Stadtteilfeste)

Ca. 28 Std.
Förderung über
Bielefelder
Jugendring
80,- € pro Einsatz

Sportfreunde
Sennestadt
e.V.

Sportfreunde Sennestadt
Spielmobil
>>Würtemberger
Allee,
Heideblümchen

Förderung über
Bielefelder
Jugendring
80,- € pro Einsatz

Verein zur
Förderung
der
Jugendarbeit
e.V.

Falken
Spielmobil

Förderung über
Bielefelder
Jugendring
80,- € pro Einsatz

Bielefeld Mitte
>>Nordpark;
Dürkopp Tor 6;
Quelle

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