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00-Beschlussvorlage

                                    
                                        Amt, Datum, Telefon

Drucksachen-Nr.

400 Amt für Schule, 11.05.2009, 51-3067 , 51-6949

6763/2004-2009

Beschlussvorlage der Verwaltung
Gremium

Sitzung am

Beratung

Schul- u. Sportausschuss

26.05.2009

öffentlich

Beirat für Behindertenfragen

24.06.2009

öffentlich

Beratungsgegenstand (Bezeichnung des Tagesordnungspunktes)

Einführung des gemeinsamen Unterrichts (GU) behinderter und nicht-behinderter
Kinder an der Sudbrackschule und der Volkeningschule zum Schuljahr 2009/10
Ggf. Frühere Behandlung des Beratungsgegenstandes (Gremium, Datum, TOP, Drucksachen-Nr.)

Schul- und Sportausschuss, 10.06.2008, TOP B 6
Beschlussvorschlag:

1. An der Sudbrackschule und der Volkeningschule wird ab dem Schuljahr 2009/10 jeweils
eine Eingangsklasse als Integrationsklasse für den gemeinsamen Unterricht behinderter
und nichtbehinderter Kinder eingerichtet und bis in den Jahrgang 4 fortgeführt. Zusätzlich
wird an der Sudbrackschule in einer Klasse des 2. Jahrgangs mit dem gemeinsamen
Unterricht begonnen und bis in den Jahrgang 4 fortgeführt.
2. Der Schul- und Sportausschuss und der Beirat für Behindertenfragen begrüßen die
Bereitschaft der Sudbrackschule und der Volkeningschule und befürworten die Einrichtung
des gemeinsamen Unterrichts an beiden Schulen.
3. Eine über das jeweilige Schulbudget beider Schulen hinausgehende Ausstattung mit
Sachmitteln wird durch das Amt für Schule finanziert, wenn die Anschaffung für die
Aufnahme des gemeinsamen Unterrichts zwingend erforderlich ist.
Begründung:

In der Sitzung des Schul- und Sportausschusses vom 10.06.2008 wurde von der für
Förderschulen zuständigen Schulrätin Frau Tscherniak und den Koordinatoren für den
gemeinsamen Unterricht (GU), Frau Nutt-Cyrkel und Herr Nell, ausführlich zum Thema
gemeinsamer Unterricht behinderter und nichtbehinderter Kinder berichtet. Nach ausführlicher
Diskussion haben sich die Fraktionen im Schul- und Sportausschuss dafür ausgesprochen, dem
Wunsch des Beirats für Behindertenfragen auf Verdopplung der Plätze im GU grundsätzlich zu
folgen, indem die Verwaltung beauftragt wird, mit Schulaufsicht und Schulen die personellen und
sächlichen Voraussetzungen für die Ausweitung des GU und die Bereitschaft der in Betracht
kommenden Schulen zur Entwicklung entsprechender pädagogischer Konzepte zu klären.
Nach eingehenden schulinternen Entwicklungsprozessen und Beratung durch die Schulaufsicht
haben nunmehr die Sudbrackschule und die Volkeningschule in Schulkonferenzen am 20.04.2009
jeweils einstimmig beschlossen, zum Schuljahr 2009/10 jeweils mit einer Klasse im gemeinsamen
Unterricht zu beginnen. Zusätzlich möchte die Sudbrackschule in Jahrgang 2 eine fortzuführende
Integrationsklasse mit GU einrichten, da im betreffenden Jahrgang derzeit mehrere AO-SFVerfahren (zur Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe) anhängig sind und den
betroffenen Kindern ein Verbleib an der Schule ermöglicht werden kann.

Volkeningschule und Sudbrackschule sind zwei von zunächst ca. acht bis zehn Grundschulen, die
im Jahr 2008 ihr Interesse an der Einführung des GU bekundet hatten. Die
Interessenbekundungen der weiteren Schulen sind inzwischen gegenstandslos. Die
Zurückhaltung der Schulen ist im Wesentlichen darin begründet, dass während der
Entscheidungsfindung weder die personellen noch die sachlichen Voraussetzungen zur Aufnahme
des gemeinsamen Unterrichts verlässlich gesichert waren. Im gesamten Regierungsbezirk
Detmold lagen für 15 im Grundschulkapitel für den GU ausgeschriebene Sonderpädagogenstellen
nur 3 Bewerbungen vor. In Bielefeld konnte nur eine von drei Stellen durch das
Ausschreibungsverfahren besetzt werden. Die für Grundschulen zuständige
Schulaufsichtsbeamtin beim Schulamt für die Stadt Bielefeld, Frau Schattmann, hat inzwischen
mit der Bezirksregierung Detmold die personelle Versorgung für Volkeningschule und
Sudbrackschule sicherstellen können.
In der Sudbrackschule ist am 20.04.2009 eine gemeinsame Begehung des Schulgebäudes mit
Schulleitung, GU-Koordinatoren, ISB und Amt für Schule erfolgt, um gemeinsam festzulegen,
welche Maßnahmen zwingend zur Aufnahme des gemeinsamen Unterrichts kurz- bzw. mittelfristig
notwendig sind, um ein GU-Angebot für möglichst viele Förderschwerpunkte zu ermöglichen. Im
Ergebnis ist die Aufnahme des GU zum Schuljahr 2009/10 möglich. Zum Schuljahr 2010/11
können zwei weitere benötigte Gruppenräume durch eine geringfügige bauliche Maßnahme
(Einbau von Leichtbauwänden, Verlegung eines Wasseranschlusses, Verlegung von
Teppichboden) errichtet werden, ohne die vierzügige Aufnahmekapazität der Schule zu
gefährden. Eine Kostenschätzung des ISB liegt zur Zeit noch nicht vor.
In der Volkeningschule ist die Schaffung der räumlichen und gebäudetechnischen
Voraussetzungen zur Einführung des GU im derzeitigen Schulgebäude nicht bzw. nur
unbefriedigend möglich. Die Entscheidung der Schule setzen einen Umzug in das frei werdende
Gebäude Luther II (ehem. Petrischule) voraus. Die Finanzierung der zuvor nötigen Sanierung
dieses Schulgebäudes ist durch Beschluss des Rates der Stadt Bielefeld vom 23.04.2009 im
Rahmen des Konjunkturpaketes II sichergestellt. In diesem Zusammenhang müssen dann auch
die Raum- und Ausstattungsbedarfe für den GU berücksichtigt werden.
Grundsätzlich müssen beide Schulen vor einer dauerhaften Einrichtung des gemeinsamen
Unterrichts den Betrieb der Integrationsklassen zunächst mit provisorischen Mitteln sicherstellen
können.

Dr. Pohle
Erster Beigeordneter