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V10603 III Hi 12 1ae Anlage D Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

                                    
                                        Anlage

D

1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. III/Hi 12
„Wohngebiet Auf der Breede“
-

Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

Stadt Bielefeld

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“
der Stadt Bielefeld

- Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag –

Stadt Bielefeld

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt
Bielefeld
- Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag -

Projektnr.
17_457
Bearbeitungsstand
28.11.2017
Auftraggeber
Architekturbüro Fabi
Herforder Str. 86
33602 Bielefeld
Verfasser

Projektbearbeitung
Fabian Diekmann

Dipl.-Ing. Stefan Höke

B.Sc. Biologie

Landschaftsarchitekt I BDLA

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld:
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

Inhaltsverzeichnis
1.0

Anlass ................................................................................................................................1

2.0

Rechtlicher Rahmen und Methodik .................................................................................2

2.1

Artenschutzprüfung ....................................................................................................................... 2

2.2

Planungsrelevante Arten .............................................................................................................. 3

2.3

Methodik .......................................................................................................................................... 3

3.0

Vorhabensbeschreibung ..................................................................................................4

4.0

Definition und Beschreibung des Untersuchungsgebiets .............................................6

4.1

Definition des Untersuchungsgebiets ........................................................................................ 6

4.2

Lebensraumtypen im Untersuchungsgebiet ............................................................................. 6

5.0

Stufe I - Vorprüfung ........................................................................................................ 10

5.1

Wirkfaktoren .................................................................................................................................. 10

5.2

Artnachweise ................................................................................................................................ 11

5.3

Einschätzung des Lebensraumpotenzials ............................................................................... 13

5.4

Konfliktanalyse .............................................................................................................................. 14

6.0

Stufe II - Vertiefende Prüfung der Verbotstatbestände ............................................... 27

6.1

Fledermäuse .................................................................................................................................. 27

6.2

Vögel ............................................................................................................................................... 27

7.0

Zusammenfassung .......................................................................................................... 28

8.0

Quellenverzeichnis ......................................................................................................... 30

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld:
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

1.0 Anlass
Gegenstand des Artenschutzrechtlichen Fachbeitrags ist die geplante Änderung des Bebauungsplans Nr. III/Hi/12 in Bielefeld-Hillegossen.

Abb. 1

Lage des Plangebiets (roter Kreis) auf Grundlage des WebAtlasDE 2.0.

Im Zusammenhang mit dem Vorhaben ergibt sich das Erfordernis der Betrachtung der artenschutzrechtlichen Belange gem. Bundesnaturschutzgesetz (BNATSCHG). Der entsprechende
artenschutzrechtliche Fachbeitrag wird hiermit vorgelegt.

1

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Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

2

2.0 Rechtlicher Rahmen und Methodik
2.1
2.1.1

Artenschutzprüfung
Prüfveranlassung / Notwendigkeit einer Artenschutzprüfung

Die Notwendigkeit zur Durchführung einer Artenschutzprüfung im Rahmen der Bauleitplanung
und bei der Genehmigung von Vorhaben ergibt sich aus den unmittelbar geltenden Regelungen
des § 44 Abs. 1 i.V.m. §§ 44 Abs. 5 und 6 und 45 Abs. 7 BNATSCHG (MWEBWV & MKULNV 2010). Vorhaben in diesem Zusammenhang sind zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft (§§ 14, 15
BNATSCHG i.V.m. § 30 LNATSCHG) und zulässige Vorhaben gemäß §§ 30, 33, 34, 35 BAUGB.
Die ASP als eigenständige Prüfung lässt sich nicht durch andere Prüfverfahren ersetzen (z. B.
Umweltverträglichkeitsprüfung, FFH-Verträglichkeitsprüfung, Prüfung nach der Eingriffsregelung, Prüfung nach Umweltschadensgesetz) (MWEBWV & MKULNV 2010).

2.1.2

Prüfumfang (Prüfung der artenschutzrechtlichen Tatbestände)

In § 44 Abs. 1 BNATSCHG werden zu befolgende Verbotstatbestände genannt. Dies sind das Töten und Verletzen wild lebender Tiere der besonders geschützten Arten (Nr.1); eine erhebliche
Störung wild lebender Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten,
durch die sich der Erhaltungszustand der lokalen Population verschlechtert (Nr.2) und das Zerstören von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten
Arten (Nr. 3). Hinzu kommt das Verbot wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten
zu beeinträchtigen (Nr. 4).
Nach § 44 Abs. 5 BNATSCHG liegt kein Verstoß gegen das Verbot Nr. 3 vor, wenn die ökologische
Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten im
räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt ist. Im Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere ist auch das Verbot Nr. 1 nicht erfüllt. Diese Freistellungen gelten auch für Verbot Nr. 4.
Gemäß § 44 Abs. 5 Satz 5 BNATSCHG beschränkt sich die ASP auf die europäisch geschützten
FFH-Anhang IV-Arten und die europäischen Vogelarten. Die lediglich national geschützten Arten
sind ausgenommen (MKULNV 2016).

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2.2

3

Planungsrelevante Arten

Planungsrelevante Arten sind eine durch das LANUV mittels einheitlicher naturschutzfachlicher
Kriterien erstellte Auswahl geschützter Arten, welche bei der ASP einzeln zu bearbeiten sind.
Die nicht berücksichtigten FFH-Anhang IV-Arten und europäischen Vogelarten sind in NRW unstete Arten (ausgestorben, Irrgäste, sporadische Zuwanderer), die im Rahmen einer ASP sinnvollerweise nicht betrachtet werden. Unberücksichtigt bleiben auch Arten mit landesweit günstigen Erhaltungszustand und einer großen Anpassungsfähigkeit, da bei diesen im Regelfall nicht
gegen Verbote des § 44 Abs. 1 BNATSCHG verstoßen wird (MKULNV 2016).

2.3

Methodik

Die Untersuchung der artenschutzrechtlichen Relevanz im Zusammenhang mit dem Vorhaben
erfolgt entsprechend der Verwaltungsvorschrift-Artenschutz vom 06.06.2016 (MKULNV 2016). Ablauf und Inhalte einer Artenschutzprüfung umfassen die folgenden drei Stufen:
Stufe I: Vorprüfung (Artenspektrum, Wirkfaktoren)
In dieser Stufe wird durch eine überschlägige Prognose das Auftreten potentieller artenschutzrechtliche Konflikte und der betroffenen Art geklärt. Zur Beurteilung sind verfügbare Informationen zum betroffenen Artenspektrum unter Berücksichtigung der vorhabensbedingten Gegebenheiten einzuholen. Nur bei nicht auszuschließenden Konflikten ist Stufe II durchzuführen.
Stufe II: Vertiefende Prüfung der Verbotstatbestände
Hier werden Vermeidungs- und vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen sowie ggf. ein Risikomanagement konzipiert und es wird geprüft, ob die Verbotstatbestände abgewandt werden können.
Stufe III: Ausnahmeverfahren
In Stufe III wird geprüft, ob eine Ausnahme von den Verboten mit Hilfe der drei Voraussetzungen
(zwingende Gründe, Alternativlosigkeit, Erhaltungszustand) zulässig ist (MKULNV 2016).
Im Rahmen der Artenschutzprüfung ist eine ausreichende Ermittlung und Bestandsaufnahme der
im Untersuchungsraum vorkommenden Tier- und Pflanzenarten erforderlich. Im Regelfall bedarf
es einer Gesamtschau, die sich auf eine Auswertung vorhandener Erkenntnisse (z. B. Datenbanken) und bei Bedarf auch auf methodisch beanstandungsfreie Erfassungen vor Ort gründet.

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Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

4

3.0 Vorhabensbeschreibung
Die Stadt Bielefeld plant die Änderung des Bebauungsplans Nr. III/Hi/12. Das Plangebiet umfasst
die Flurstücke 104 und 105 der Flur 2 innerhalb der Gemarkung Hillegossen.
Im Folgenden wird das geplante Vorhaben anhand des Lageplans mit dem Stand vom 08.09.2017
beschrieben.
Lageplan (Entwurf)
Im Lageplan ist die geplante Anlage von fünf Einfamilienhäusern mit Gartengrundstücken dargestellt. Die Zufahrt von der Selhausenstraße, über welche das Plangebiet erschossen wird, liegt
ebenfalls im Bereich der Bebauungsplanänderung.

Abb. 2

Lageplan, Bereich der Bebauungsplanänderung (ARCHITEKTURBÜRO FABI 2017)

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Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

Bebauungsplan
Der Bebauungsplan befindet sich in der Erstellung. Im Folgenden ist der Bereich der Bebauungsplanänderung (Plangebiet) dargestellt.

Abb. 3

Bereich der Bebauungsplanänderung (Plangebiet) auf Basis der DGK5.

5

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6

4.0 Definition und Beschreibung des Untersuchungsgebiets
4.1

Definition des Untersuchungsgebiets

Das Untersuchungsgebiet umfasst den Änderungsbereich des Bebauungsplans Nr. III/Hi/12 der
Stadt Bielefeld mit den dort anstehenden Biotopstrukturen. In die Betrachtung mit einbezogen
werden angrenzende Flächen, sofern diese für den Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag relevant
sind.

4.2

Lebensraumtypen im Untersuchungsgebiet

6

7

6
6,7

5

1

2

1, 6
7

7
3

3

4

Abb. 4

Lebensraumtypen im Untersuchungsgebiet (Plangebiet weiße Strichlinie).
Legende
1 = Kleingehölze, Alleen, Bäume, Gebüsche, Hecken
2 = Nadelwälder
3 = Laubwälder mittlerer Standorte
4 = Fettwiesen und -weiden
5 = Säume, Hochstaudenfluren
6 = Gärten, Parkanlagen, Siedlungsbrachen
7 = Gebäude

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4.2.1

Plangebiet

Das Plangebiet grenzt im Süden an den Teutoburger Wald und wird im Norden, Osten und Westen von Wohnbebauung umschlossen.
Lebensraumtypen 1, 2 und 5
Das Plangebiet besteht überwiegend
aus Nadelwald, vereinzelt durchsetzt
mit Laubbäumen und Sträuchern. Des
Weiteren umgibt ein Saum aus krautiger Vegetation das Plangebiet.

Lebensraumtypen 3
Im Süden grenzt der Teutoburger Wald
an das Plangebiet. Die Rotbuche in der
Bildmitte befindet sich vermutlich im
Bereich der Plangebietsgrenze.

Im südwestlichen Plangebiet stocken
Eschen (rechte Bildhälfte) mit einem
Brusthöhendurchmesser von 15 – 20
cm.

7

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Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

4.2.2

Umfeld des Plangebiets (Untersuchungsgebiet)

Lebensraumtyp 6 und 7
Eine Rasenfläche umgeben von Ziersträuchern (Garten) grenzt an den
nördlichen Rand des Plangebiets.

Garten und Wohnhaus östlich des
Plangebiets.

Weitere Gärten und Wohnbebauung
nördlich des Plangebiets.

8

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4.2.3

Betroffenheit von Lebensraumtypen

Im Zusammenhang mit dem Vorhaben werden folgende Lebensraumtypen unmittelbar beansprucht:
•

Kleingehölze, Alleen, Bäume, Gebüsche, Hecken

•

Laubwälder mittlerer Standorte

•

Nadelwälder

•

Säume, Hochstaudenfluren

•

Gärten, Parkanlagen, Siedlungsbrachen

In der näheren Umgebung des Plangebiets befinden sich weitere potenziell vorhabensrelevante
Lebensraumtypen. Diese werden hinsichtlich einer potenziellen mittelbaren Beeinträchtigung
der näheren Umgebung in die Betrachtung einbezogen.

4.2.4

Vorbelastungen des Untersuchungsgebiets

Das Plangebiet ist im Norden und Osten und Westen bereits mit Wohnhäusern bebaut. Von der
privaten Nutzung der Gebäude und Gärten gehen akustische und optische Störungen für die
Tierwelt aus. Für diesbezüglich sensible Aren kann das Plangebiet deshalb keine Lebensraumfunktion übernehmen. Vom dem Anwohner- und Durchgangsverkehr auf der Selhausenstraße
werden Stäube und Gase in das Plangebiet emittiert.

9

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10

5.0 Stufe I - Vorprüfung
5.1

Wirkfaktoren

Die potenziellen Betroffenheiten planungsrelevanter Arten können sich primär aus dem Verlust
von Lebensraumstrukturen ergeben. Zudem kann sich eine Betroffenheit aus der potenziellen
Abwertung der Lebensraumeignung durch Immissionen ergeben. Im Zuge der Baumaßnahmen
kann es zu temporären akustischen und optischen Störungen von Tierarten kommen (Baustellenlärm, Bewegung der Baumaschinen). Die in Verbindung mit dem Vorhaben stehenden potenziellen Wirkungen sind nachfolgend tabellarisch aufgeführt und werden anschließend erläutert.
Tab. 1

Potenzielle Wirkfaktoren im Zusammenhang mit der Änderung des Bebauungsplans Nr. III/Hi/12
der Stadt Bielefeld.

Maßnahme

Wirkfaktor

Auswirkung

Bodenverdichtungen, Bodenabtrag
und Veränderung des (natürlichen)
Bodenaufbaus.

Lebensraumverlust/-degeneration

Entfernung von krautiger Vegetation
und Gehölzen (Wald)

Lebensraumverlust/-degeneration

Akustische und stoffliche Emissionen durch den Baubetrieb

Störung der Tierwelt

Versiegelung und Teilversiegelung

Lebensraumverlust/-degeneration

Silhouettenwirkung

Störung der Tierwelt
(Lebensraumdegeneration)

Nutzung der Wohngebäude

Erhöhung der Lärmemission

Störung der Tierwelt
(Lebensraumdegeneration)

erhöhter Kfz-Verkehr durch Anlieger

Lärmemissionen durch zusätzlichen
Kfz-Verkehr

Störung der Tierwelt
(Lebensraumdegeneration)

Baubedingt
Bauphase der Infrastruktur und
der baulichen Anlagen

Baustellenbetrieb
Anlagebedingt
Schaffung von Wohngebäuden,
Zufahrten und Gärten

Betriebsbedingt

5.1.1

Baubedingte Wirkfaktoren

Baubedingte Wirkfaktoren sind Wirkungen, die im Zusammenhang mit den Bauarbeiten auftreten können. Sie sind auf die Zeiten der Baumaßnahme beschränkt.

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11

Während der Bauphase werden Biotopstrukturen wie Wald, Säume und Teile von Gärten entfernt bzw. dauerhaft verändert. Hierdurch können Lebensräume/Nahrungsflächen von gehölzund gebäudebewohnenden Tierarten verloren gehen. Betroffenheiten von Offenland- und Halboffenlandarten werden aufgrund der Nähe zum Teutoburger Wald und zu der umgebenden Bebauung nicht erwartet.
Baumaßnahmen sind durch den Einsatz von Baufahrzeugen und -maschinen mit akustischen
und optischen Störwirkungen verbunden. Diese Wirkungen sind zeitlich auf die Bauphase sowie
räumlich auf die nähere Umgebung des Plangebiets beschränkt und können zu einer temporären
Störung der Tierwelt führen.

5.1.2

Anlage- und betriebsbedingte Wirkfaktoren

Durch die Errichtung der Gebäude und der Infrastruktur werden Flächen und somit Biotopstrukturen im Plangebiet dauerhaft entfernt bzw. verändert. Hierzu gehören die Lebensraumtypen
„Kleingehölze, Alleen, Bäume, Gebüsche, Hecken“, „Laubwälder mittlerer Standorte“, „Säume,
Hochstaudenfluren“ und „Gärten, Parkanlagen, Siedlungsbrachen“.
Die geplante Bebauung in offener Bauweise bedingt zudem eine optische Wirkung, die zu einem
Meideverhalten diesbezüglich empfindlicher Arten führen kann. Akustische Wirkungen werden
sich betriebsbedingt durch die Nutzung der Wohngebäude sowie den Kfz-Verkehr einstellen und
können zu einer Störung diesbezüglich empfindlicher Arten führen. Das Plangebiet weist bereits
optische und akustische Vorbelastungen durch die Lage, die derzeitige Bebauung und die Nutzung der Umgebung auf. Auf Grund der Vorbelastung durch die umgebende Bebauung, des Fehlens geeigneter Forstpflanzungsstätten für störanfällige Tierarten und unter Berücksichtigung
der festgesetzten maximalen Bauhöhe der Wohngebäude ist eine artenschutzrechtlich relevante
Beeinträchtigung durch optische und akustische Wirkungen nur bedingt zu erwarten.

5.2
5.2.1

Artnachweise
Datenbasis der Artnachweise

Die Betrachtungen umfassen die artenschutzrechtlich relevanten Arten aller Artengruppen. Zur
Analyse der Verbreitung dieser Arten erfolgte eine Auswertung von Hinweisen auf planungsrelevante Arten in Informationen zu Schutzgebieten und schutzwürdigen Bereichen. Weiterhin

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12

wurden die Angaben des Fachinformationssystems „Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen“
(FIS) und der Landschafts- und Informationssammlung des Landesamtes für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LINFOS) zum Vorkommen von Arten berücksichtigt.
Zudem fand am 16. November 2017 eine Ortsbegehung statt. Diese umfasste auch die Sichtkontrolle der zu rodenden Gehölze.

5.2.2

Arten im Untersuchungsgebiet

Fachinformationssystem „Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen"
Das Plangebiet befindet sich im Bereich des Messtischblatts 4017 „Brackwede“, Quadrant 2. Für
dieses Messtischblatt wurde im Fachinformationssystem „Geschützte Arten in NordrheinWestfalen“ (FIS) eine Abfrage der planungsrelevanten Arten für die im Untersuchungsgebiet
anzutreffenden unmittelbar und mittelbar betroffenen Lebensraumtypen durchgeführt (LANUV
2017B).
Für das Messtischblatt 4017 „Brackwede“, Quadrant 2 werden vom FIS für die im Plangebiet und
der Umgebung vorkommenden Lebensräume insgesamt 30 Arten als planungsrelevant genannt.
Unter den Tierarten sind 10 Säugetierarten, 23 Vogelarten, eine Amphibienart und eine Reptilienart. Weitere planungsrelevante Arten werden nicht benannt.
Landschaftsinformationssammlung „Linfos"
Die Landschaftsinformationssammlung des Landes Nordrhein-Westfalen (LINFOS) weist für das
Untersuchungsgebiet keine Vorkommen von planungsrelevanten Arten aus (LANUV 2016A).
Schutzgebiete und naturschutzfachlich wertvolle Flächen
Die südwestliche Spitze des Plangebiets ist Teil des dort angrenzenden Landschaftsschutzgebietes „Bielefelder Osning mit Kalkstein- und Sandsteinzug“ (LSG-3917-0025).
Südlich des Plangebiets befindet sich außerdem die Biotopverbundfläche „Nördliche bewaldete
Osning-Vorberge“ (VB-DT-3916-003), welche gleichzeitig überlagert wird von dem schutzwürdigen Biotop „Egge (Bielefelder Stadtwald) südlich Hillegossen“ (BK-4017-430). Hinweise bezüglich des faunistischen Inventars werden in den Objektbeschreibungen nicht gegeben (LANUV
2016A).

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13

Ortsbegehung
Im Zuge der Ortsbegehung am 16. November 2017 wurden die zu fällenden Gehölze auf potenziell
geeignete Strukturen für Fledermäuse (abstehende Rinde, ausgefaulte Astlöcher, Stammrisse
etc.) und Spuren einer Nutzung durch Vögel (Nester, Gewölle, etc.) untersucht.
Hinweis: Zu berücksichtigen ist, dass Spuren, die auf eine Nutzung durch gehölzbewohnende
Arten schließen lassen, nicht immer eindeutig ersichtlich sind. Ein gewisses Restrisiko ist dementsprechend bei den Untersuchungen zum Quartierpotenzial gegeben.

5.3

Einschätzung des Lebensraumpotenzials

Bei der Ortsbegehung am 16. November 2017 wurden keine Hinweise auf Quartiere von Fledermäusen oder Nester von Vögel festgestellt.
Durch die im Plangebiet vorherrschenden Nadelbäume mit einem Bruthöhendurchmesser (BHD)
von bis zu 25 cm und der wenigen, eher jungen Laubbäume mit einem BHD von 15 – 20 cm (mit
Ausnahme einer Rotbuche BHD ca. 100 cm), ist das Vorhandensein von Höhlen, welche sich als
Quartier für Fledermäuse und Vögel eignen, unwahrscheinlich. Eine Nutzung der Nadelbäume,
Sträucher und Krautflur durch Kleinvogelarten ist dagegen sehr wahrscheinlich. Diese konnten
bei der Ortsbegehung aufgrund der begrenzten Durchsichtigkeit der Strukturen und in Anbetracht der Jahreszeit jedoch nicht festgestellt werden.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld:
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

5.4
5.4.1

14

Konfliktanalyse
Häufige und verbreitete Vogelarten

Alle europäischen Vogelarten unterliegen den Artenschutzbestimmungen des § 44 Abs. 1
BNATSCHG. Damit ist auch die vorhabensspezifische Erfüllung der Verbotstatbestände gegenüber häufigen und verbreiteten Vogelarten (sog. „Allerweltsarten“ wie Amsel, Buchfink und
Kohlmeise) zu prüfen. Bei den häufigen und ungefährdeten Arten kann im Regelfall davon ausgegangen werden, dass wegen ihrer Anpassungsfähigkeit und des günstigen Erhaltungszustandes bei vorhabensbedingten Beeinträchtigungen nicht gegen die Zugriffsverbote verstoßen wird
(MWEBWV & MKULNV 2010).
Zur Vermeidung der Verbotstatbestände gem. § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG (Töten und Verletzen
von Tieren) sollte die Inanspruchnahme von Gehölzen und Gebäuden außerhalb der Brut- und
Aufzuchtszeit von Vögeln (01. März bis 30. September) erfolgen. Fäll-/Rodungs- und Abbrucharbeiten sollten dementsprechend nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar durchgeführt
werden. Sind Fäll-/Rodungs- und Abbrucharbeiten innerhalb der Brut- und Aufzuchtzeit von Vögeln nicht zu vermeiden, ist vor Beginn der Maßnahmen sicherzustellen, dass keine Bruten an
den Gehölzen stattfinden.

5.4.2

Planungsrelevante Arten

Infolge der Habitatansprüche der Arten, der im Untersuchungsgebiet vorkommenden Biotopstrukturen und der dargestellten Wirkfaktoren kann ein potenzielles Vorkommen bzw. eine potenzielle vorhabensbedingte Betroffenheit für einige der im Rahmen der Datenrecherche ermittelten Arten im Vorfeld ausgeschlossen werden. Da Nahrungsflächen nicht zu den Schutzobjekten des § 44 Abs.1 BNATSCHG gehören, ist eine artenschutzrechtlich relevante Betroffenheit für
Arten, welche das Untersuchungsgebiet als nicht essenzielles Nahrungshabitat nutzen, nicht
gegeben.
In der folgenden Tabelle werden die im Rahmen der Datenrecherche ermittelten Arten dargestellt und eine Voreinschätzung einer möglichen Betroffenheit durch das Vorhaben vorgenommen (Stufe I). Für die ermittelten Konfliktarten wird im Weiteren eine Art-für-Art-Betrachtung
durchgeführt (Stufe II).

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

Tab. 2

15

Vorprüfung des Artenspektrums im Untersuchungsraum
Erläuterungen: Quelle: FIS = Fachinformationssystem, HL = Höke Landschaftsarchitektur, N = NABU
Status: A. v. = Art vorhanden, B = Nachweis ab 2000 vorhanden, R = rastend, N = Nest vorhanden

Art

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Laubwälder, Habitate mit hohem Baumanteil, offene Lebensräume. Jagt in großen Höhen über Wasserflächen, Waldgebieten,
Agrarflächen und beleuchteten Plätzen im Siedlungsbereich.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Säugetiere
Abendsegler

Wochenstuben / Sommerquartier
Baumhöhlen, selten in Fledermauskästen.
Winterquartier
Große Baumhöhlen, Spaltenquartiere in Gebäuden, Felsen,
Brücken.
Braunes Langohr

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Unterholzreiche, mehrschichtige lichte Laub- und Nadelwälder
mit Baumhöhlen. Jagt an Waldrändern, gebüschreichen Wiesen,
strukturreichen Gärten, Streuobstwiesen und Parkanlagen.
Wochenstuben / Sommerquartier
Baumquartiere, Nistkästen, Dachböden, Spalten an Gebäuden /
auch Spaltenverstecke an Bäumen und Gebäuden.
Winterquartier
Bunker, Stollen, Keller, Baumhöhlen, Felsspalten.

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16

Fortsetzung Tab. 2
Art

Breitflügelfledermaus

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Siedlungs- und siedlungsnaher Bereich. Jagt in offener und
halboffener Landschaft über Grünflächen mit randlichen Gehölzstrukturen, Waldrändern oder Gewässern.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Wochenstuben / Sommerquartier
Spaltenverstecke und Hohlräume an und in Gebäuden / selten
Baumhöhlen, Nistkästen.
Winterquartier
Spaltenverstecke und Hohlräume an und in Gebäuden, Bäumen,
Felsen, Stollen, Höhlen.
Fransenfledermaus

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Unterholzreiche Laubwälder mit lückigem Baumbestand. Jagt in
reich strukturierten, halboffenen Parklandschaften mit Hecken,
Baumgruppen, Grünland und Gewässern.
Wochenstuben / Sommerquartier
Baumquartiere, Nistkästen / auch Dachböden, Viehställe.
Winterquartier
Höhlen, Stollen, Eiskeller, Brunnen.

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17

Fortsetzung Tab. 2
Art

Großes Mausohr

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Strukturreiche Landschaften mit einem hohen Wald- und Gewässeranteil, geschlossene Waldgebiete (z.B. Buchenhallenwälder).

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Wochenstuben / Sommerquartier
Traditionelle Wochenstuben in warmen, geräumigen Dachböden
von Kirchen, Schlössern und großen Gebäuden / Gebäudespalten, Baumhöhlen, Fledermauskästen.
Winterquartier
Höhlen, Stollen, Eiskeller.
Kleinabendsegler

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Typische Waldfledermaus, insbesondere von Laubwäldern,
Bevorzugung von Wäldern mit hohem Alt-holzbestand, seltener
in Streuobstwiesen und Parkanlagen. Jagt in Wäldern und deren
Randstrukturen.
Wochenstuben / Sommerquartier
Baumhöhlen, Bevorzugung natürlich entstandener Baumhöhlen,
vereinzelt Dachräume und Gebäude.
Winterquartier
Baumhöhlen, aber auch Gebäude.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

18

Fortsetzung Tab. 2
Art

Kleine Bartfledermaus

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Strukturreiche Landschaften mit kleinen Fließgewässern in der
Nähe von Siedlungsbereichen. Jagt an linienhaften Strukturelementen wie Bachläufen, Waldrändern, Feldgehölzen, Hecken,
seltener Laub- und Mischwäldern mit Kleingewässern und in
Parks und Gärten.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Wochenstuben / Sommerquartier
Warme Spaltenquartiere und Hohlräume an und in Gebäuden,
seltener Baumquartiere, Nistkästen.
Winterquartier
Spaltenreiche Höhlen, Stollen, Eiskeller.
Rauhautfledermaus

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
In strukturreichen Landschaften mit einem hohen Wald- und
Gewässeranteil (Laub- und Kiefernwälder, Auwaldgebiete). Jagt
an Waldrändern, Gewässer-ufern, Feuchtgebieten in Wäldern.
Wochenstuben / Sommerquartier
Wochenstuben in NO-Deutschland / Spaltenverstecke an Bäumen, Baumhöhlen, Fledermauskästen, waldnahe Gebäudequartiere.
Winterquartier
Außerhalb von NRW.

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19

Fortsetzung Tab. 2
Art

Wasserfledermaus

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/
A. v.

Untersuchungsgebiet stellt
Lebensraum und Jagdgebiet
Strukturreiche Landschaften mit einem hohen Gewässer- und
keinen geeigneten LebensWaldanteil. Jagt an offenen Wasserflächen an stehenden und
raum dar.
langsam fließenden Gewässern, bevorzugt Ufergehölze, seltener
Wälder, Wald-lichtungen und Wiesen.

keine

nein

keine

nein

keine

nein

Wochenstuben / Sommerquartier
Baumhöhlen, seltener Spaltenquartiere und Nistkästen / auch
Baumquartiere, Bachverrohrungen, Tunnel, Stollen.
Winterquartier
Höhlen, Stollen, Brunnen, Eiskeller.
Zwergfledermaus

FIS/
A. v.

Lebensraum und Jagdgebiet
Strukturreiche Landschaften in Siedlungsbereichen; jagt an
Gewässern, Kleingehölzen, aufgelockerten Laub- und Mischwäldern, parkartigen Gehölzbeständen im Siedlungsbereich.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

Wochenstuben / Sommerquartier
Spaltenverstecke an und in Gebäuden, seltener Baumquartiere
und Nistkästen.
Winterquartier
Oberirdische Spaltenverstecke in und an Gebäuden, natürliche
Felsspalten, unterirdische Verstecke.
Vögel
Baumfalke

FIS/
B

Das Untersuchungsgebiet
Lebensraum
Halboffene, strukturreiche Kulturlandschaften mit Feuchtwiesen, stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.
Mooren, Heiden und Gewässern.
Bruthabitat
Alte Krähennester in lichten Altholzbeständen, Feldgehölzen
Baumreihen oder Waldrändern.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

20

Fortsetzung Tab. 2
Art

Eisvogel

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
Fließ- und Stillgewässer mit Abbruchkanten und Steilufern.

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
Lebensraum
Reichstrukturiertes Ackerland, extensiv genutzte Grünländer und stellt keinen geeigneten
Brachen sowie größere Heidegebiete.
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

B

Bruthabitat
An vegetationsfreien Steilwänden aus Lehm oder Sand.
Feldlerche

FIS/
B

Bruthabitat
Nest in Bereichen mit kurzer lückiger Vegetation in einer Bodenmulde.
Feldsperling

FIS/
B

Lebensraum
Halboffene Agrarlandschaften mit einem hohen Grünlandanteil,
Obstwiesen, Feldgehölzen und Waldrändern. Obst- und Gemüsegärten oder Parkanlagen in Randbereichen ländlicher Siedlungen.
Bruthabitat
Specht- oder Faulhöhlen, Gebäudenischen und Nistkästen.

Gartenrotschwanz

FIS/
B

Lebensraum
Reich strukturierte Dorflandschaften mit alten Obstwiesen und weiden sowie in Feldgehölzen, Alleen, Auengehölzen und lichten, alten Mischwäldern, Randbereiche von größeren Heidelandschaften und sandige Kiefernwälder. Nahrungssuche auf
schütterer Bodenvegetation.
Bruthabitat
In Halbhöhlen in 2 - 3 m Höhe über dem Boden, z.B. in alten
Obstbäumen oder Kopfweiden.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

21

Fortsetzung Tab. 2
Art

Habicht

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
Kulturlandschaften mit einem Wechsel von geschlossenen
Waldgebieten, Waldinseln und Feldgehölzen.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

B

Bruthabitat
In Wäldern mit altem Baumbestand, vorzugsweise mit freier
Anflugmöglichkeit durch Schneisen. Horst in hohen Bäumen (z.B.
Lärchen, Fichten, Kiefern, Rotbuchen).
Kleinspecht

FIS/
B

Lebensraum
Parkartige oder lichte Laub- und Mischwälder, Weich- und
Hartholzauen sowie feuchte Erlen- und Hainbuchenwälder mit
einem hohen Alt- und Totholzanteil. Im Siedlungsbereich auch in
strukturreichen Parkanlagen, alten Villen- und Hausgärten sowie
in Obstgärten mit altem Baumbestand.
Bruthabitat
Nisthöhle in totem oder morschem Holz, bevorzugt in Weichhölzern (v.a. Pappeln, Weiden).

Mäusebussard

FIS/
B

Lebensraum
Alle Lebensräume der Kulturlandschaften, sofern geeignete
Baumbestände als Brutplatz vorhanden sind. Jagdgebiete sind
Offenlandbereiche in der Umgebung des Horstes.
Bruthabitat
Horst bevorzugt in Randbereichen von Waldgebieten, Feldgehölzen sowie Baumgruppen und Einzelbäumen.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

22

Fortsetzung Tab. 2
Art

Mehlschwalbe

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
In menschlichen Siedlungsbereichen. Nahrungsflächen liegen
an insektenreichen Gewässern und offenen Agrarlandschaften
in der Nähe der Brutplätze.

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

B

Bruthabitat
Koloniebrüter an frei stehenden, großen, mehrstöckigen Einzelgebäuden in Dörfern und Städten.
Rauchschwalbe

FIS/
B

Lebensraum
Extensiv genutzte, bäuerliche Kulturlandschaften. Fehlt in typischen Großstadtlandschaften.
Bruthabitat
Nester aus Lehm und Pflanzenteilen in Gebäuden mit Einflugmöglichkeiten (z.B. Viehställe, Scheunen, Hofgebäude).

Rotmilan

FIS/
B

Lebensraum
Reich gegliederte Landschaft mit Wald, nicht an Gewässer
gebunden. Jagt auf freien Flächen.
Bruthabitat
In lichten Altholzbeständen, mitunter Feldgehölzen, Baumreihen,
Alleen. Schlafplätze in Gehölzen.

Saatkrähe

FIS/
B

Lebensraum
Im Frühjahr ackerbaulich genutzte Flächen in Flussniederungen
und im Tiefland. Weiden, Wiesen und Äcker im Sommer. Oft
siedlungsnah.
Bruthabitat
Kolonienest in hohen Baum- und Gebüschbeständen sowie an
Gebäuden.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

23

Fortsetzung Tab. 2
Art

Schleiereule

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
Kulturfolger in halboffenen Landschaften, in engem Kontakt zu
menschlichen Siedlungsbereichen. Jagdgebiete sind Viehweiden, Wiesen und Äcker, Randbereiche von Wegen, Straßen,
Gräben sowie Brachen.

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

keine

nein

B

Bruthabitat
Störungsarme, dunkle, geräumige Nischen in Gebäuden, die
einen freien An- und Abflug gewähren (z.B. Dachböden, Scheunen, Taubenschläge, Kirchtürme). Gebäude in Einzellagen, Dörfern und Kleinstädten.
Schwarzspecht

FIS/
B

Lebensraum
Alte ausgedehnte Waldgebiete (v.a. alte Buchenwälder mit
Fichten- bzw. Kiefernbeständen), Feldgehölze. Wichtig ist ein
hoher Anteil an Totholz und vermodernden Baumstümpfen.
Bruthabitat
Höhlen an glattrindigen, astfreien Stämmen mit freiem Anflug
und einem Durchmesser von mind. 35 cm (v.a. Buchen und Kiefern).

Schwarzstorch

FIS/
B

Das Untersuchungsgebiet
Lebensraum
Große naturnahe Laub- und Mischwälder mit naturnahen Bästellt keinen geeigneten
chen, Waldteichen, Altwässern, Sümpfen und eingeschlossenen Lebensraum dar.
Feuchtwiesen. Zur Nahrungssuche werden überwiegend Bäche
mit seichtem Wasser und sichtgeschütztem Ufer sowie Waldtümpel und Teiche aufgesucht. Die Art ist an Gewässer gebunden.
Bruthabitat
Die Horste werden auf starken Seitenästen hoher Bäume angelegt. Der Bau aus Ästen wird oft mehrjährig aufgesucht. Teilweise werden auch Greifvogel- und Kunsthorste angenommen.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

24

Fortsetzung Tab. 2
Art

Sperber

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
Abwechslungsreiche, gehölzreiche Kulturlandschaften. Halboffene Parklandschaften mit kleinen Waldinseln, Feldgehölzen und
Gebüschen. Reine Laubwälder werden kaum besiedelt. Im Siedlungsbereich in mit Fichten bestandenen Parkanlagen und Friedhöfen.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen Lebensraums dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
Lebensraum
Offene Kulturlandschaften, oft in der Nähe menschlicher Siedstellt einen Teil eines potenlungen. Nahrungssuche in Biotopen mit niedriger Vegetation wie ziellen Lebensraums dar.
Dauergrünland, Äckern und Brachen.
Es wurden keine Hinweise
auf einen potenziellen BrutBruthabitat
Brutplätze in Felsnischen und Halbhöhlen an natürlichen Felsplatz festgestellt.
wänden, Steinbrüchen oder Gebäuden (Hochhäuser, Scheunen,
Ruinen, Brücken).

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

B

Es wurden keine Hinweise
auf einen potenziellen Brutplatz festgestellt.

Bruthabitat
Nest bevorzugt in Fichten mit ausreichender Deckung und freier
Anflugmöglichkeit. Nest meist nahe am Stamm oder auf starken
horizontalen Ästen.
Turmfalke

FIS/
B

Uhu

FIS/
B

Lebensraum
Reich gegliederte, mit Felsen durchsetzte Waldlandschaften
sowie Steinbrüche und Sandabgrabungen.
Bruthabitat
Störungsarme Felswände und Steinbrüche mit freiem Anflug. Es
sind auch Baum- und Bodenbruten, vereinzelt sogar Gebäudebruten bekannt.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

25

Fortsetzung Tab. 2
Art

Waldkauz

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
Reich strukturierte Kulturlandschaften mit einem guten Nahrungsangebot. Lichte und lückige Altholzbestände in Laub- und
Mischwäldern, Parkanlagen, Gärten oder Friedhöfen mit gutem
Angebot an Höhlen.

Das Untersuchungsgebiet
stellt einen Teil eines potenziellen, nicht essenziellen
Nahrungshabitates dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
Lebensraum
Nicht zu dichte Wälder mit Einflugmöglichkeiten und einer Kraut- stellt keinen geeigneten
sowie Strauchschicht. Reich gegliederte, vorzugsweise ausgeLebensraum dar.
dehnte Hochwälder mit weicher Humusschicht, bevorzugt Laubund Laubmischwälder, aber auch in reinen Nadelwäldern.

keine

nein

B

Bruthabitat
Baumhöhlen, Nisthilfen.
Waldlaubsänger

FIS/
B

Lebensraum
Nicht zu dichte, aber während der Brutzeit schattige Wälder mit
wenig krautiger Vegetation. Hoch- oder Niederwald mit geschlossenem Kronendach.
Bruthabitat
Nest an unterholzfreien Waldstellen, meist unmittelbar auf dem
Boden, oft in Vertiefungen, im dürren Laub, unter altem Gras
oder zwischen Baumwurzeln. Sehr selten Hochnester.

Waldschnepfe

FIS/
B

Bruthabitat
Flache Nestmulde am Boden meist am Rande eines geschlossenen Baumbestandes, z.B. an Wegschneisen, Gräben und anderen Stellen.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

26

Fortsetzung Tab. 2
Art

Wespenbussard

Quelle/

Habitatansprüche

Einschätzung des

Einschätzung der

ASP

Status

(BAUER et al. 2005, DIETZ et al. 2007)

Vorkommens im UG

Betroffenheit

erforderlich

FIS/

Lebensraum
Reich strukturierte, halboffene Landschaften mit alten Baumbeständen. Die Nahrungsgebiete liegen überwiegend an Waldrändern und Säumen, in offenen Grünlandbereichen (Wiesen und
Weiden), aber auch innerhalb geschlossener Waldgebiete auf
Lichtungen.

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
stellt keinen geeigneten
Lebensraum dar.

keine

nein

Das Untersuchungsgebiet
Lebensraum
Reich strukturierte offene Lebensräume mit einem kleinflächigen stellt keinen geeigneten
Mosaik aus vegetationsfreien und grasigen Flächen, Gehölzen,
Lebensraum dar.
verbuschten Bereichen und krautigen Hochstaudenfluren, lockere sandige Substrate mit einer ausreichenden Bodenfeuchte,
Binnendünen, Heidegebiete, Halbtrocken- und Trockenrasen,
sonnenexponierte Waldränder, Feldraine, Böschungen, Eisenbahndämme, Straßenböschungen, Steinbrüche, Sand- und
Kiesgruben, Industriebrachen.

keine

nein

B

Bruthabitat
Horst auf Laubbäumen in einer Höhe von 15 - 20 m. Alte Horste
von anderen Greifvögeln werden gerne genutzt.
Amphibien
Kammmolch

FIS/
B

Lebensraum
Typische Offenlandart. Niederungslandschaften von Fluss- und
Bachauen, Kies-, Sand-, Tonabgrabungen in Flussauen, Steinbrüche, ausgeprägte Ufer-/ Unterwasservegetation, geringe
Beschattung, fischfrei. Landlebensräume: feuchte Laub- und
Mischwälder, Gebüsche / Hecken / Gärten in Laichgewässernähe.

Reptilien
Zauneidechse

FIS/
B

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

27

6.0 Stufe II - Vertiefende Prüfung der Verbotstatbestände
Im Rahmen der Vorprüfung konnten artenschutzrechtlich relevante Beeinträchtigungen von
planungsrelevanten Arten durch das Vorhaben ausgeschlossen werden.

6.1

Fledermäuse

Die Gehölze im Plangebiet weisen aufgrund ihrer geringen Stammdurchmesser und des Fehlens
von Höhlungen kein Quartierpotenzial für Fledermäuse auf.

6.2

Vögel

Die im Untersuchungsgebiet anstehenden Strukturen stellen sowohl Teile großräumiger Nahrungshabitate als auch potenzielle Fortpflanzungs- und Ruhestätten für Vögel dar.
Durch den Verlust der hier genannten Strukturen im Rahmen der Fäll- und Rodungsarbeiten ist
ein Lebensraumverlust (insbesondere für Arten die auf Koniferen als Lebensraum angewiesen
sind) zu erwarten. Betroffenheiten von planungsrelevanten Vogelarten sind dem aktuellen
Kenntnisstand auszuschließen.
6.2.1

Vermeidungsmaßnahmen

Zur Vermeidung der Verbotstatbestände gem. § 44 BNATSCHG Abs. 1 Nr. 1 (Töten und Verletzen
von Tieren) darf die Inanspruchnahme von Gehölzen nur außerhalb der Brut- und Aufzuchtszeit
von Vögeln (01. März bis 30. September) erfolgen. Sind Fäll- und Rodungsarbeiten innerhalb der
Brut- und Aufzuchtszeit von Vögeln nicht zu vermeiden, ist vor Beginn der Maßnahmen sicherzustellen, dass keine Bruten an den Gehölzen stattfinden. Werden Bruten festgestellt, sind die
Rodungsmaßnahmen bis zum Abschluss-/der Aufgabe der Brut und Aufzucht der Jungen zu
verschieben.
Tab. 1

Übersicht der auszuführenden Vermeidungsmaßnahmen für Vögel in Abhängigkeit des Zeitpunktes der Rodung.

Abbruchzeitraum

Maßnahme

Zeitpunkt der Durchführung

Anfang Oktober - Ende Februar

nicht erforderlich

nicht erforderlich

Anfang März - Ende September

Kontrolle der betroffenen Strukturen auf
aktuelle Bruten
(ggf. Verschiebung des Rodungszeitraums bis zum Abschluss der Brut.

direkt vor dem Abbruch

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

28

7.0 Zusammenfassung
Die Stadt Bielefeld plant die Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“. Das Plangebiet liegt
im Südosten des Stadtteils Hillegossen. Der ursprünglich als Spielplatz festgesetzte Bereich der
Bebauungsplanänderung soll Baufläche für fünf Einfamilienhäuser bieten. Das Plangebiet umfasst die Flurstücke 104 und 105 der Flur 2 innerhalb der Gemarkung Hillegossen. Im Süden
grenzt der Teutobuger Wald an die Plangebietsgrenze. Die südwestliche Spitze des Plangebiets
ist Teil des dort angrenzenden Landschaftsschutzgebietes „Bielefelder Osning mit Kalksteinund Sandsteinzug“ (LSG-3917-0025). Es ergibt sich das Erfordernis der Betrachtung der artenschutzrechtlichen Belange gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNATSCHG).
Zunächst wurden die Wirkfaktoren des Vorhabens ermittelt. Anschließend sind die Lebensraumtypen im Untersuchungsgebiet erfasst und das Fachinformationssystem „Geschützte Arten
in Nordrhein-Westfalen“ (FIS) sowie die Landschafts- und Informationssammlung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LINFOS) ausgewertet
worden. Zur weitergehenden Bewertung der zu erwartenden vorhabensspezifischen Auswirkungen wurden das Plangebiet und die nähere Umgebung in die Lebensraumtypen „Kleingehölze, Alleen, Bäume, Gebüsche, Hecken“, „Fettwiesen und -weiden“, „Gärten, Parkanlagen, Siedlungsbrachen“, „Nadelwälder“, „Laubwälder mittlerer Standorte“, „Fettwiesen und -weiden“
und „Säume, Hochstaudenfluren“ des Fachinformationssystems „Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen“ (FIS) überführt. Es erfolgte am 16. November 2017 eine Ortsbegehung, bei der
das Untersuchungsgebiets und die dort anstehenden Biotopstrukturen auf deren Eignung als
Lebensstätte von Tierarten untersucht wurden. Aufbauend auf diesen Datenquellen sind im Zuge
der Vorprüfung alle relevanten Arten untersucht worden.
Das Fachinformationssystem „Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen" (FIS) nennt für das
Messtischblatt 4017 „Brackwede“, Quadrant 2, für die im Untersuchungsgebiet vorkommenden
Lebensräume insgesamt 30 Arten als planungsrelevant. Unter den Tierarten sind zehn Säugetierarten 23 Vogelarten, eine Amphibienart und eine Reptilienart. (LANUV 2017B). Die Landschaftsinformationssammlung des Landes Nordrhein-Westfalen (LINFOS) weist für das Untersuchungsgebiet keine Vorkommen von Arten aus (LANUV 2017A).
Es wurden keine planungsrelevanten Konfliktarten ermittelt.
Das Plangebiet dient verschiedenen Tierarten als Nahrungsfläche und einigen häufigen und
weitverbreiteten Vogelarten als Fortpflanzungs- und Ruhestätte, deren Verlust im Sinne des
BNatSchG nicht essenziell ist.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

29

Das Eintreten der Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 (Töten und Verletzen), Nr. 2 (erhebliche Störung) und Nr. 3 (Fortpflanzungs- und Ruhestätten) BNATSCHG kann unter Anwendung
der dargestellten Vermeidungsmaßnahmen ausgeschlossen werden.
Die Änderung des Bebauungsplans Nr. III/Hi/12 der Stadt Bielefeld löst bei Anwendung der Vermeidungsmaßnahmen keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 BNATSCHG aus.

Bielefeld, im November 2017

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

30

8.0 Quellenverzeichnis
BAUER, H.-G., BEZZEL, E., & FIEDLER, W. (2005): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Alles
über Biologie, Gefährdung und Schutz. Wiesbaden.
BAUGESETZBUCH (BAUGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. September 2004 (BGBl. I
S. 2414), das zuletzt durch Artikel 2 Absatz 3 des Gesetzes vom 20. Juli 2017 (BGBl. I S. 2808) geändert worden ist.
BUNDESNATURSCHUTZGESETZ (BNATSCHG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15. September 2017 (BGBl. I S. 3434) geändert worden ist.
DIETZ, C., HELVERSEN O. V. & NILL, D. (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas. Franckh-Kosmos Verlag. Stuttgart.
ARCHITEKTURBÜRO FABI (2017): Lageplan (Entwurf), Stand: 08.09.2017
LANDESNATURSCHUTZGESETZ (LNATSCHG NRW) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. Juli
2000 (GV. NRW. S. 568), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15. November 2016 (GV.
NRW. S. 934) geändert worden ist.
LANUV (2016A): Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NordrheinWestfalen, Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen (WWW-Seite)
http://www.gis6.nrw.de/osirisweb/ASC_Frame/portal.jsp
Zugriff: 21.11.2017, 15:05 MEWZ.
LANUV (2016B): Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NordrheinWestfalen, Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen. (WWW-Seite)
http://artenschutz.naturschutzinformationen.nrw.de/artenschutz/de/arten/blatt/liste/40172
Zugriff: 21.11.2016, 14:30 MEWZ.
MKULNV (2016): Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, Verwaltungsvorschrift zur Anwendung der nationalen Vorschriften zur Umsetzung
der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-RL) und 2009/147/EG (V-RL) zum Artenschutz bei Planungs- oder
Zulassungsverfahren (VV-Artenschutz), Rd.Erl. d. MKULNV v. 06.06.2016, - III 4 – 616.06.01.17.

Änderung des Bebauungsplans „Nr. III/Hi/12“ der Stadt Bielefeld: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag

31

MWEBWV & MKULNV (2010): Artenschutz in der Bauleitplanung und bei der baurechtlichen Zulassung von Vorhaben. Gemeinsame Handlungsempfehlung des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW und des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW vom 22.12.2010.