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V7275 -Beschlussvorlage

                                    
                                        Amt, Datum, Telefon

Drucksachen-Nr.

600.32 Bauamt, 28.03.2014, 51- 3224

7275/2009-2014

Beschlussvorlage der Verwaltung
Gre m ium

Sitzung am

Be ratung

Bezirksvertretung Sennestadt

10.04.2014

öffentlich

Stadtentwicklungsausschuss

29.04.2014

öffentlich

Betriebsausschuss Immobilienservicebetrieb

06.05.2014

öffentlich

Be ratungs ge ge ns tand (Be ze ichnung de s Tage s ordnungs punk te s )

Umsetzung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Stadtumbau
Sennestadt (INSEK Stadtumbau Sennestadt)
Nutzungsperspektiven für vier Standorte in Sennestadt
Be troffe ne Produk tgruppe

11 09 06 generelle räumliche Planung
Aus w irk unge n auf Zie le , Ke nnzahle n

keine
Aus w irk unge n auf Erge bnis plan, Finanzplan

keine
Ggf. Frühe re Be handlung de s Be ratungs ge ge ns tande s (Gre m ium , Datum , TOP, Druck s ache n-Nr.)

Beschluss zum integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept Stadtumbau Sennestadt:
Bezirksvertretung Sennestadt (09.09.2010, TOP 5), Stadtentwicklungsausschuss (14.09.2010,
TOP 14), Rat der Stadt Bielefeld (23.09.2010, TOP 19); Drucksachen-Nr. 1272/2009-2014
Anfrage zur zukünftigen Nutzung der Adolf-Reichwein-Schule:
Bezirksvertretung Sennestadt (08.11.2012, TOP 20.2); Drucksachen-Nr. 4900/2009-2014
Nutzungsanregungen für die Standorte Adolf-Reichwein-Schule und Postgebäude
Bezirksvertretung Sennestadt (29.11.2012, TOP 14)
Aktueller Sachstand des Nutzungskonzeptes:
Bezirksvertretung Sennestadt (08.07.2013, TOP 1), Bezirksvertretung Sennestadt (05.09.2013,
TOP 18.1), Bezirksvertretung Sennestadt (27.02.2014, TOP 22)
Be s chlus s vors chlag:

1. Das Konzept „Nutzungsperspektiven für vier Standorte in Sennestadt“ wird zur Kenntnis
genommen.
2. Der Weiterentwicklung der städtischen Grundstücke der Adolf-Reichwein-Schule und der
Comeniusschule im Sinne der Empfehlung des Gutachtens wird zugestimmt.
Den Empfehlungen des Gutachtens zur Nutzung der Maiwiese wird zugestimmt.

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Obe rbürge rm e is te r/Be ige ordne te (r)

Wenn die Begründung länger als drei
Seiten ist, bitte eine kurze
Zusammenfassung voranstellen.

Begründung zum Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Bielefeld hat in seiner Sitzung am 23.10.2010
Entwicklungskonzept Stadtumbau Sennestadt (INSEK Stadtumbau
die Festlegung als Stadtumbau- und Soziale Stadtgebiet sowie die
Maßnahmen abschließend nach § 171 b Abs. 1 und § 171 e
(Drucksachen-Nr. 1272/2009-20014).

das integrierte städtebauliche
Sennestadt) als Grundlage für
Durchführung entsprechender
Abs. 3 BauGB beschlossen

In Sennestadt befinden sich derzeit die drei Standorte Adolf-Reichwein-Schule, Comeniusschule
sowie Postgebäude in einem Entwicklungsprozess mit unsicheren Nutzungsperspektiven. Das
INSEK-Projekt „Standort- und Nutzungskonzept Adolf-Reichwein-Schule“ (Ziff. 10.5.6) sieht die
Erstellung einer Nachnutzungskonzeption für den Schulstandort vor. Aufgrund der großen
Bedeutung der Standorte für die weitere Stadtteilentwicklung in Sennestadt, wurden die
Comeniusschule sowie das Postgebäude mit in die Konzeption aufgenommen. Von Seiten der
Bezirksvertretung Sennestadt wurde der Wunsch geäußert, die Entwicklungsmöglichkeiten der
Standorte unter Berücksichtigung der bestehenden Bebauung zu prüfen und in diese Prüfung auch
evtl. (bauliche) Entwicklungsmöglichkeiten für die Maiwiese einzubeziehen.
Mit der Erstellung des Nutzungskonzeptes wurde das Planungsbüro Pesch und Partner,
Herdecke/ Stuttgart beauftragt. Im Rahmen einer umfassenden Bestandsaufnahme wurden die
einzelnen Standorte untersucht und bewertet. Ferner wurden mit Akteuren bzw. potenziellen
Nutzern mögliche Entwicklungsperspektiven erstellt und diskutiert. Aus den Erkenntnissen und
Informationen wurden Empfehlungen für die Standorte gegeben sowie exemplarisch eine
Nutzungsperspektive aufgezeigt. Abschließend wurde eine Empfehlung für die weiteren
Verfahrensschritte gegeben.
Im Folgenden soll eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse der Analyse, der daraus
resultierenden Bewertung sowie der Nutzungsperspektiven für die künftige Entwicklung der
einzelnen Standorte gegeben werden.

Adolf-Reichwein-Schule
Der von Professor Reichow Anfang der 1960er Jahren konzipierte Gebäudekomplex der
Adolf-Reichwein-Schule wird seit April 2012 nicht mehr als Schulstandort genutzt und ist von
Leerstand betroffen. Entsprechend wird für die nunmehr leerstehende Schule bzw. den Standort
eine geeignete Nachfolgenutzung gesucht.
Das Schulgrundstück liegt, entsprechend der städtebaulichen Konzeption Reichows, unmittelbar
am Grünzug des Bullerbachtals südlich der Travestraße. Das direkte Umfeld des Grundstückes ist
überwiegend von Wohnnutzungen sowie öffentlichen Einrichtungen geprägt.
Der Gebäudekomplex, bestehend aus Hauptgebäude, Aula, Pavillonbauten sowie
Hausmeister-wohnung, ist in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Des Weiteren zeigen sich

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durch den längeren Leerstand der Schule inzwischen an verschiedenen Stellen
Vandalismusschäden. Im Hinblick auf den derzeitigen Gebäudezustand wird durch das
Gutachterbüro gegenwärtig keine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Nachnutzung der
baulichen Anlagen gesehen. Dabei wird insbesondere der mit einer Umnutzung verbundene
Sanierungsaufwand hoch eingeschätzt.
Die grundsätzlichen Entwicklungsperspektiven für den Standort werden im Hinblick auf die Lage
und Erreichbarkeit als sehr gut eingeschätzt. Es werden folgende Nachnutzungsoptionen
gesehen: Nutzungen für soziale, kulturelle oder kirchliche Zwecke, gewerbliche Nutzungen im
Bereich der Gesundheitsdienstleistungen sowie barrierearme/- freie Wohnnutzungen. Da in der
nördlichen Sennestadt ein Bedarf an Kindertagesplätzen vorhanden ist, ist die Errichtung einer
Kindertagesstätte zwingend in die Planungen eines Investors einzubeziehen.
Auf Grundlage der vorangegangenen Bestandsuntersuchung wird vom Gutachterbüro eine
Neuordnung des Schulareals unter Berücksichtigung der städtebaulichen Grundkonzeption
empfohlen. Die Grundzüge der Bestandsbebauung sollten bei der zeitgemäßen Weiterentwicklung
des Schulareals - gegebenenfalls auch unter Wahrung des Gebäudebestands - berücksichtigt
werden und ablesbar bleiben. Im Sinne der ursprünglichen Konzeption Reichows, wichtige
öffentliche Infrastruktureinrichtungen für die Sennestadt an die großen Freiräume zu legen, sollte
die Kindertagesstätte zum Bullerbachtal hin ausgerichtet sein. Der Leitsatz für den Stadtumbau
Sennestadts, "Reichow für das 21. Jahrhundert", soll so bei der Neuentwicklung des Areals der
ehemaligen Adolf Reichwein-Schule eine bauliche Entsprechung finden.
Zur weiteren Konkretisierung der Nutzungsperspektive und Sicherung der gewünschten
hochwertigen Architekturqualität wird ein Grundstücksverkauf angestrebt an den architektonische
und städtebauliche Voraussetzungen geknüpft sind. Diese werden im Rahmen der Ausschreibung
definiert. Zur Vorbereitung der Entscheidung über einen Verkauf des Grundstückes in den
politischen Gremien soll eine temporäre Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Vertretern dieser
eingerichtet werden.

Comeniusschule
Mit der Schließung der Comenius Förderschule zum Schuljahresende 2014/2015 wird ein zweiter
Schulkomplex von Leerstand betroffen sein. Auch für die Mitte der 1960er Jahren errichtete
Förderschule wird eine geeignete Folgenutzung gesucht. Im Rahmen der Konzepterstellung wurde
für die Matthias-Claudius-Kindertagesstätte ein temporärer Standort ermittelt. Sie wird
übergangsweise in das Hauptgebäude der Comeniusschule ziehen.
Das Schulgrundstück liegt am Siedlungsrand der Sennestädter Nordstadt und wird über einen
Stichweg in „zweiter Reihe“ über die Elbeallee erschlossen. Das städtebauliche Umfeld wird von
unterschiedlichen Wohntypologien geprägt.
Der Gebäudebestand gliedert sich in Hauptgebäude, Sporthalle sowie Hausmeister-Wohnung. Die
Sporthalle ist mit Ausnahme der Umkleidekabinen und Nasszellen in einen neuwertigen Zustand
und ein wichtiger Bestandteil der Sennestädter Sportinfrastruktur. Von daher ist die Sporthalle in
jedem Fall zu erhalten. Das Hauptgebäude sowie die Hausmeister-Wohnung werden als
sanierungsbedürftig bewertet. Dementsprechend ist ein Erhalt für mögliche Nachnutzungen

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aufgrund der zu erwartenden hohen Sanierungsaufwendungen nach Aussagen des Gutachters
nicht wirtschaftlich.
Die grundsätzlichen Entwicklungsperspektiven für den Standort werden im Hinblick auf die Lage
und Erreichbarkeit als gut eingeschätzt. Es werden folgende Nachfolgenutzungen für das Areal
erwogen: Bildungseinrichtungen, Nutzungen für soziale, kulturelle oder kirchliche Zwecke und
Wohnnutzungen.
Das Gutachterbüro empfiehlt an dem Standort eine kleinteilige und individuelle Wohnentwicklung.
Die Sporthalle ist bei der Weiterentwicklung des Standortes in die Gesamtkonzeption zu
integrieren. Des Weiteren sollte der bestehende Bolzplatz - als Bestandteil der Spielplatzplanung
in Sennestadt - in seiner Funktion erhalten bleiben. Eine Neuordnung des Areals erfordert die
Einleitung eines Bauleitplanverfahrens.

Postgebäude
Das Anfang der 1960er Jahre errichtete Postgebäude wird derzeit im Erdgeschoss durch die
Deutsche Post genutzt. Aufgrund des absehbar auslaufenden Pachtvertrages und dem damit
drohenden vollständigen Leerstand wurde es mit in das beauftragte Nutzungskonzept
aufgenommen. Mit dem erfolgten Eigentümerwechsel wird von dem jetzigen Eigentümer die
Nutzung des Gebäudes als Kulturzentrum mit Moscheenutzung beabsichtigt.
Das Postgebäude liegt am Sennestadtring und somit im zentralen Versorgungsbereich der
Sennestadt. Im Umfeld befinden sich Einzelhandels- und Dienstleistungsnutzungen. Das Gebäude
ist nach dem äußeren Erscheinungsbild in einem sanierungsbedürftigen Zustand.
Als grundsätzliche Nutzungen werden gesehen: Einzelhandels-/ Dienstleistungsnutzungen,
Nutzungen für soziale, kulturelle oder kirchliche Zwecke, Büronutzungen, Praxisnutzungen, im
Obergeschoss Wohnnutzung. Bei der Entwicklung des Areals sollte im Erdgeschoss ein
Nachnutzer mit starker Besucherfrequenz etabliert werden.
Bei einer Entwicklung des Gebäudes empfiehlt das Gutachterbüro, die zum Sennestadtring
gerichtete Gebäudefassade architektonisch aufzuwerten. Das derzeitige Erscheinungsbild des
Postgebäudes stellt für die städtebauliche Entwicklung des Gesamtbereiches ein Hemmnis dar,
deren Entwicklung die Stabilisierung der Lage unterstützen würde.
Für die Entwicklung der Fläche ist, unabhängig von der Nachnutzung, eine Änderung des
Flächennutzungsplanes sowie des Bebauungsplanes erforderlich.

Maiwiese
Die Fläche der Maiwiese wurde im Zuge der Zentrumsumgestaltung zwischen 1997 und 2002
aufgewertet. Im Rahmen der Suche nach einem temporären Kindertagesstätten-Standort wurde
diese mit in die Konzeptentwicklung aufgenommen.
Die Fläche ist jedoch noch mit einer Zweckbindungsfrist im Rahmen ihrer Aufwertung belegt. Die
Maiwiese ist ein wichtiger öffentlicher Freiraum mit einem attraktiven Kinderspielplatz im Zentrum
der Sennestadt. Des Weiteren bildet die Maiwiese den Eingangsbereich zur Park- und

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Spiellandschaft. Entsprechend wäre eine anderweitige Nutzung als die derzeitige mit einer
Rückzahlung von Fördermitteln verbunden. Durch die neu entstehenden Kindertagesstätten im
Matthias-Claudius-Haus sowie am Standort der Adolf-Reichwein-Schule ist der Bedarf in der
nördlichen Sennestadt gedeckt. Eine Nutzungsänderung wird daher nicht empfohlen.

Moss

Bielefeld, den

Beigeordneter

Anlage

Nutzungsperspektiven für vier Standorte in Sennestadt
Konzept